Annelies Stürzekarn: „Malerei und Grafik“ im IBZ
Ausstellungseröffnung im Internationalen Begegnungszentrum
12. März 2010, von Olaf
Fast schon zufällig entdeckte ich auf den Seiten der Uni Rostock den Link zur heutigen Ausstellungseröffnung von Annelies Stürzekarn. Viel Werbung hat die Veranstaltung scheinbar nicht erfahren.
Möglicherweise hatte dies aber auch sein Gutes. Zumindest zur heutigen Vernissage schien die Malerin keine Publicity nötig zu haben. Waren Freunde und Interessenten doch so zahlreich erschienen, dass der durchaus großzügige Seminarraum bei Weitem nicht allen Gästen Platz bot.
Interessant und für mich neu war auch der Ort der Ausstellung. Nahe des Doberaner Platzes, versteckt gelegen in einer kleinen Seitenstraße und von außen eher unscheinbar wirkend, befindet sich hier das Internationale Begegnungszentrum (IBZ).

Wissenschaftlern, die für einen längeren Zeitraum an der Uni Rostock, der Hochschule für Musik und Theater (HMT) oder verschiedenen Forschungsinstituten der Stadt zu Gast sind, stehen hier Gästewohnungen zur Verfügung.
Die Räumlichkeiten in der Bergstraße bieten jedoch nicht nur Forschern aus aller Welt eine Heimat, sondern auch der Kunst. Zwei- bis dreimal jährlich finden hier Ausstellungen statt. Ein Umstand, der mir bisher völlig entgangen war. Sollte es Euch ähnlich gehen, schaut einfach mal vorbei!
Für den Betrieb des Begegnungszentrums haben sich die Institutionen zu einem Verein zusammengeschlossen. Frank Ivemeyer, Kanzler der HMT und stellvertretender Vereinsvorsitzender, begrüßte als Hausherr die zahlreichen Gäste und übergab nach einer kurzen Rede der Laudatorin das Wort.

Schön, wenn die Laudatio von einer Freundin und langjährigen Wegbegleiterin gehalten wird. Konnten wir so doch viel Interessantes aus dem Leben und Wirken der Künstlerin erfahren.
1942 in der Oberlausitz geboren, lebt Annelies Stürzekarn seit 1971 in Rostock. Als gelernte Dekorateurin und Plakatmalerin bildete sie später selbst Werbefachleute in Rostock aus. An der VHS gibt sie ihr Wissen auch heute noch gern als Kursleiterin an ihre Schüler weiter.
„Mit zwei Kindern und einem Seemann“ blieb ihr in den Siebzigern kaum Zeit für ihr Hobby, die Malerei. Ein wenig bedauere sie noch heute, das damalige Angebot von Karlheinz Kuhn nicht angenommen zu haben, bei ihm Unterricht zu nehmen. Nach einer Phase der selbstständigen Tätigkeit im Kunsthandwerk widmet sich die Künstlerin seit 1990 intensiv der Malerei.

„Ein starkes Empfinden für die Natur ist Voraussetzung für die künstlerische Gestaltung.“ – mit diesen Worten Cezannes wurde das Publikum in die Ausstellung entlassen.
Nicht jedoch, ohne vorab Annelieses Ehemann Dieter zu danken. „Leiste er doch die Arbeit im Hintergrund, sozusagen das Management.“ Oder einfach „der Mann fürs Grobe“, wie er es selbst mit einem Augenzwinkern zum Ausdruck brachte.
Auf ihren Violinen sorgten Suleika Bauer und Dorle Faßmann für Kurzweil und bildeten den musikalischen Rahmen. Erst kürzlich begeisterten die beiden jungen Talente von der HMT bei der 8. Winterserenade mit ihrem Spiel die Zuhörer. Auch hier wieder der perfekte Rahmen und ein wahrer Genuss!
So verschieden und teils eigen die Werke von Malern, so unterschiedlich ist natürlich auch der Geschmack des Publikums. Ob einem die Werke tatsächlich gefallen, weiß man vorher nie so genau. Gut, wenn man auf der Website der Künstlerin schon mal einen Vorgeschmack bekommt.
Hier entdeckte ich auch das Bild ‚Reflexionen‘, das mich irgendwie stark an meinen Vista-Desktop erinnert hat. Kein Risiko also. Notfalls hätte ich immer noch den Platz vor diesem Bild in Beschlag nehmen und mich wie vor dem heimischen Monitor fühlen können. Ach ja, Computerleute sind schon ein eigenwilliges Volk.
Dass just dieses Bild in der Ausstellung nicht zu finden war, tat der Sache keinerlei Abbruch. So vielfältig wie Ihre Techniken, sind auch die Motive der Bilder. Früher eher gegenständlich gemalt, gehen die aktuellen Werke mehr in die abstrakte Richtung.
Ebenso schön wie interessant fand ich die Möglichkeit, einfach mal so in den bereit liegenden Skizzenbüchern der Künstlerin stöbern zu können.

Ob Afrika-Bilder, die 2005 nach einer Reise entstanden, Architektur- und Landschaftsbilder oder die mehr abstrakten Werke – für jeden Geschmack dürfte etwas dabei sein. „Licht auf tiefem Blau“ kürte ich spontan zu meinem persönlichen Favoriten in Acryl.
Die Ausstellung kann noch bis zum 30. April in den Räumen des IBZ, Bergstraße 7a, besichtigt werden. Geöffnet ist Montag bis Freitag von 9 bis 12, dienstags zusätzlich von 15 bis 17 Uhr.