Schmuck und Malerei in Mischtechnik in der Galerie Möller
Bilder von Günther Gerth und Schmuckstücke von Egon Sellin gibt es bis zum 7. August in der Galerie in Möller in Warnemünde
29. Juni 2012, von Andre
Gestern war kein guter Tag für Fußballfans. Mit einer Niederlage gegen Italien vergab die deutsche Nationalmannschaft die Chance auf den Europameistertitel. Für Galeristin Ulrike-Sabine Möller war das jedoch keine große Überraschung: „Ich bin sicher, dass Italien gewinnt, das habe ich schon vor Wochen getippt“, sagte sie zwei Stunden vor dem Anpfiff. Doch der Sport war nur ein Randthema, schließlich wurde gestern in der Galerie Möller in Warnemünde eine neue Doppelausstellung eröffnet.

Bereits im letzten Jahr hieß es „Zwei Magdeburger in Warnemünde“ und auch jetzt sind es wieder zwei Künstler aus der Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt, welche die Galerie an der Ostseeküste mit Inhalt füllen. Der Maler Günther Gerth und der Schmuckgestalter Egon Sellin, gemeinsam 163 Jahre alt, lösen mit ihren Arbeiten die Radierungen von Robert Kaindl-Trätzl ab.
Im Zentrum des Raumes steht nun wieder eine große Schmuckvitrine, gefüllt mit Ketten, Armreifen und Anhängern. Die Arbeiten von Egon Sellin sehen teilweise so aus, als ob die griechischen Pharaonen in der Zukunft einen zweiten Frühling erleben würden. Die Mischung aus kühlen Metallen und erdigen Farben und Mustern üben einen ganz eigenen Reiz aus und sind, um den Hals oder am Arm getragen, sicher ein Blickfang.

Der gelernte Goldschmied mischt verschiedene Metalle, verschweißt, walzt und kombiniert sie mit ungewöhnlichen Materialien, zum Beispiel Kautschuk. Dabei sind die Anhänger und Ringe aber nie zu aufdringlich, sondern ganz dezent und mit einer fast mystischen Ausstrahlung. Leider konnte der Künstler gestern nicht selbst in Warnemünde sein: „Zu viel Ostseeküste ist für mich auch nicht gut“, zitierte Ulrike-Sabine Möller den Magdeburger scherzhaft.

Anders war es bei Günther Gerth, der bei seiner ersten Ausstellung in Rostock persönlich anwesend war. Über 600 Bilder hat er in den vergangenen Jahren gemalt, von denen 29 Werke in der Galerie Möller gezeigt werden. Es handelt sich ausschließlich um Gemälde, die in Mischtechnik entstanden sind. Gerth kombiniert Ölfarbe und Acryl mit Spachtelmasse und lässt so rissige Oberflächenstrukturen entstehen, die leicht räumlich wirken.
„Ich spreche nicht gern über meine Bilder, die Motive sollen für sich sprechen“, erklärt der Magdeburger. Wie auch bei Egon Sellin haben seine Ausstellungsstücke eine geheimnisvolle Komponente, denn durch die Mischtechnik tritt das eigentliche Motiv in den Hintergrund, es wirkt verfremdet. Zwar sind Strukturen zu erkennen, aber der Fokus liegt klar auf Stimmungen und Farben. „Für mich ist jedes Bild ein Experiment und die Motive kristallisieren sich erst ganz zum Schluss heraus.“
Die Ausstellung der beiden Magdeburger ist noch bis zum 7. August in der Galerie am Alten Strom in Warnemünde zu sehen. Danach geht es mit der Künstlerfamilie Ullrich und Schmuck, Bildern und Plastiken weiter.