6. LichtKlangNacht 2012 im IGA-Park
Im IGA-Park wird die 6. LichtKlangNacht unter dem Motto „Zauber Flöten – Nichts ist, wie es scheint“ gefeiert.
26. August 2012, von Maria
Der IGA-Park sieht ganz verändert aus: Während der 6. Lichtklangnacht sind Bäume und Sträucher bunt erleuchtet, Lichter in den verschiedensten Farben flackern am Himmel und über den Boden – doch nicht nur die Lichter tanzen. Das Tanztheater Bronislav Roznos lässt in einem Kreis aus Schwarzlichtern einen Schlauch so durch die Luft wandern, dass er wie eine schwebende Schlange aussieht. Die Tänzer selbst erkennt man nicht – nur die Striche auf ihrem Gesicht und auf der Kleidung jagen durch die Nacht. Es ist kaum zu unterscheiden, ob ein Tänzer oder eine Tänzerin sich grazil bewegt. Ganz dem Motto folgend: nichts ist, wie es scheint.
Namenspatron für die diesjährige LichtKlangNacht ist die Oper „Die Zauberflöte“ von Wolfgang Amadeus Mozart, die ausschnittweise zur Eröffnung von der „norddeutschen philhamornie“ gespielt wird. Dazu singen der Chor und die Darsteller des Volkstheaters die berühmten Figuren: Tamino, Pamina, Papageno und Sarastrow.
Etwas weniger ernsthaft geht es am „Langen Heinrich“ zu. Dort parodieren die Volkstheater-Darsteller die einmalige Vorstellung von Florence Foster Jenkins, die einst die Königin der Nacht sang und seither als „Mörderin des hohen C’ s“ gilt. Andrea Stache-Peters spielt die exzentrische Dame mit einer Überzeugung, die ihresgleichen sucht.
Ein weiterer direkter Bezug zum Thema sind „Die Sprechenden Bäume“. Aus Lautsprechern erklingen die Kinderstimmen der Gewinner eines Lesewettbewerbs. Sie erklären einerseits den spannenden Ablauf der Opernaufführung, andererseits haben sie auch die Rollen aus der Geschichte übernommen, die dann auch von Volkstheater-Mitgliedern gesungen werden.

Näher zum Motto – und damit auch wieder näher zu den Flöten– ist beispielsweise das Charles Davis Quartett in der Chinesischen Pagode und das Duo Tilmann Dehnhard/ Jacobien Vlasman im Weidendom. Beide Gruppen zeigen die weiten Facetten der Flötenarten – und die besonderen Spielweise. Während Dehnhardt die Kontrabassquerflöte spielt, singt Vlasman ein „New Arrangement“ des Judy Garland-Klassikers „Somewhere over the rainbow“, versetzt mit stimmlichen Improvisationen.

Weiter ab vom Motto und mehr zum Licht und der Lichtkunst präsentieren sich die Lasershows im Rhododendrenhain. Das erwachsene Publikum starrt wie hypnotisiert in das Zentrum der Lichter und lässt sich verzaubern. „Sieh mal, es sieht aus wie Funkeln und Glitzern, wenn die Strahlen auf die Blätter oder den Boden treffen“, sagt Christian Barby. Anders als die Erwachsenen gehen die Kinder mit den Lasern um: Sie lassen sich von ihnen jagen und springen zwischen den Lichtscheinen umher. Durch den Nebel aus den Nebelmaschinen erscheint der gesamte Hain spukend und mysteriös.

Für das Mysterium sorgen auch diverse Magier und Zauberer, wie der Mentalist Thorsten Dankwarth im Weidendom und das Artistenduo Linn Borell und Tobias Grün im Holländischen Garten. Sei es in der gemeinsamen Artistik oder in der Solo-Nummer von Linn. Urplötzlich ist sie aus der Männerverkleidung in einen blauen, damenhaften Anzug geschlüpft und jongliert im Handstand mit ihren Füßen drei Hüte und lässt sie in einen riesigen Koffer fallen – und alles ist wieder aufgeräumt.
Dem Publikum ist es möglich, in jeder Ecke des Parks eine Besonderheit zu entdecken. Einerseits sind es kleine Lichtpunkte am Geländer und unter den Brücken oder große Scheinwerfer, die Muster in den Himmel und über die Landschaft zauberten.