Rostocker Weihnachtsmarkt 2012
Vorweihnachtliches Jahrmarktsvergnügen – Am Donnerstag startet der Weihnachtsmarkt in der Rostocker Innenstadt
19. November 2012, von Stefanie
Ja, es ist schon wieder soweit: Weihnachten steht vor der Tür. Die Rostocker merken das unter anderem daran, dass es auf ihrer Einkaufsstraße in der Innenstadt enger wird. Seit Tagen werden hier schon Buden und Fahrgeschäfte aufgebaut. 250 Schausteller aus 14 Bundesländern, den Niederlanden, Polen, Lettland und Finnland laden hier auf dem Rostocker Weihnachtsmarkt vom 22. November bis 22. Dezember 2012 zum vorweihnachtlichen Jahrmarktsvergnügen ein.

Einige Buden müssen noch mit schweren Transportfahrzeugen an ihren Platz gesetzt werden. Andere werden schon geputzt, eingeräumt und weihnachtlich geschmückt. Versorgungskabel werden verlegt, Glühbirnen eingeschraubt. Wolfgang Kröger, Elektromeister vom Elektro-Anschluss-Service schätzt, dass für die „Lichtfaszination Weihnachtsmarkt“ insgesamt rund eine Million Glühlampen zum Festglanz der Innenstadt leuchten. Allein schon der Lichterhimmel am Universitätsplatz hat etwa 50.000 elektrische Glühwürmchen. In den nächsten vier Wochen wird der Rostocker Weihnachtsmarkt soviel Strom wie die beiden Rostocker Wohngebiete Südstadt und Reutershagen zusammen brauchen.
Von der Fischerbastion über die Kröpi und Lange Straße, den Universitätsplatz und Klostergarten bis zum Neuen Markt erstreckt sich die über drei Kilometer lange vorweihnachtliche Bummelmeile. Der Rostocker Weihnachtsmarkt gilt als der größte Weihnachtsmarkt Norddeutschlands.
In diesem Jahr hält er noch eine weitere Bestmarke: Auf dem Neuen Markt steht die im Guinnessbuch der Rekorde eingetragene weltgrößte Weihnachtspyramide. Sie ist bisher nur einmal 2010 frisch konstruiert in Berlin zu sehen gewesen. „Im nächsten Jahr wollen wir noch einen Stern draufsetzen, dann wird sie noch größer“, kündigt Schaustellerin Inka Jacob aus Tangerhütte an. Die XXL-Pyramide ist bereits zu einem beliebten Fotomotiv auf dem Neuen Markt geworden und prägt hier nun zwischen dem Riesenrad und dem Kettenkarussell das Bild des Adventstreibens.

Viel grundlegender jedoch wurde das Erscheinungsbild auf dem Kröpeliner-Tor-Vorplatz verändert. Rechtzeitig zum Beginn des Weihnachtsmarktes wurden hier die Bauarbeiten für die Umgestaltung des Platzes fertiggestellt. „Der Platz hat unheimlich an Qualität gewonnen“, lobt Großmarkt-Geschäftsführer Jörg Vogt, der den Weihnachtsmarkt seit über 20 Jahren organisiert, das Ergebnis. Ein einheitliches Erscheinungsbild der Hütten, dazwischen die traditionelle Märchenlandschaft, ein kleines Riesenrad, vier sechs Meter hohe LED-Bäume und zum ersten Mal eine großflächige weihnachtliche Beleuchtung am historischen Stadttor selbst werden die Weihnachtsmarktbesucher vom nördlichen Eingang begrüßen.
Wie in den letzten Jahren so erwartet Jörg Vogt auch zum Rostocker Weihnachtsmarkt 2012 wieder 1 bis 1,5 Millionen Besucher. „Rund 1500 Menschen bietet der Weihnachtsmarkt Beschäftigung, die Hotels im Innenstadtbereich sind gut gebucht und viele Reisebusse fahren nach Rostock“, unterstreicht er die wirtschaftliche Bedeutung.
Los geht es zwar schon am Donnerstag um 10 Uhr. Aber die traditionelle Eröffnung findet wie immer am ersten Weihnachtsmarktsamstag statt. Dann werden der Weihnachtsmann, die Märchentante und ihr Gefolge im Stadthafen erwartet. Gegen 14 Uhr legen sie mit dem Traditionssegler Albert Johannes in Höhe der alten Speicher an. Von dort geht es dann mit einem Planwagen den Krämerberg hinauf, die Lange Straße rauf und runter und das letzte Stück zu Fuß bis zum Neuen Markt. Hier wird schließlich die Eröffnung mit dem Anschnitt des Weihnachtsstollens zelebriert und anschließend die Premiere des neuen Weihnachtsmärchens „Krummbeins Großvater“ gefeiert.

Bereits am 22. November um 18 Uhr wird „Die Legende der Klostergründung“ zum ersten Mal auf dem historischen Weihnachtsmarkt aufgeführt und dann jeden Donnerstag wiederholt. Mit vielen Stegreif-Elementen im Klostergarten in Szene gesetzt geben historische Figuren wie die dänische Königin Margarete oder Waldemar von Rostock Einblick in die Geschichte der Hansestadt. Mittwoch bis Freitag ab 17 Uhr und am Wochenende ganztägig kostet der Eintritt in die Welt des alten Handwerks und Gaukler zwei oder ermäßigt ein Euro.
Eine weitere Premiere hat der Kunsthandwerkermarkt vom 14. bis 16. Dezember. 38 ausgewählte Kunsthandwerker bieten ihre Malerei, Keramik, Textilarbeiten in der Rathaushalle an.
Riesenschaukel, Bratwurst-Manufaktur, Glühweinpartys, 80 Kulturdarbietungen auf der Märchenschlossbühne – an insgesamt 30 Veranstaltungstagen (am Totensonntag ist der Weihnachtsmarkt geschlossen) gibt es für die großen und kleinen Besucher etwas zu erleben.