Historischer Stadtrundgang zum 795. Stadtgeburtstag 2013

Informative und kulturelle Vorträge gab es zum Stadtjubiläum 2013 an sieben Stationen in der Hansestadt Rostock

24. Juni 2013, von
Historischer Stadtrundgang zum 795. Stadtgeburtstag 2013
Historischer Stadtrundgang zum 795. Stadtgeburtstag 2013

Am 24. Juni ist Stadtgeburtstag. 795 Jahre ist Rostock heute alt geworden. Herzlichen Glückwunsch. Das Datum hängt mit dem Jahrestag der Stadtrechtbestätigung durch Fürst Borwin I im Jahre 1218 zusammen. Für die drei Vereine Rostocker Stadtführerverein, Verein für Rostocker Stadtgeschichte und den Plattdütsch-Verein „Klönsnack – Rostocker 7“ und die Rostocker Stadtverwaltung seit sieben Jahren Anlass zu einem historischen Stadtrundgang mit informativen und kulturellen Vorträgen einzuladen. Ein Entgegenfiebern zu dem großen 800. Stadtgeburtstag im Jahr 2018.

Hornscher Hof
Hornscher Hof

Über sieben – die Rostocker Zahl schlechthin – Stationen folgten die mehr als 200 Geburtstagsgäste dem Rundgang durch Rostocks historische Innenstadt. In diesem Jahr standen vor allem gleich mehrere Baustellenbesichtigungen auf dem Programm. Das Gebäude vom Hinstorff Verlag, der berühmte Autoren wie Fritz Reuter und John Brinkman verlegt, die einst in Rostock lebten, war hinter Baugerüsten versteckt. Auch beim Hornschen Hof wurde fleißig gewerkelt und gebaut, als die Geburtstagsgesellschaft den Innenhof füllte, um sich die Ausführungen des Architekten Michael Bräuer und einen Ausschnitt der Volkstheaterproduktion Hamlet anzuhören.

Kriegerdenkmal in den Wallanlagen
Kriegerdenkmal in den Wallanlagen

Im Hautgebäude der Universität durften die Gäste die sanierte Eingangshalle besichtigen, während die Kronleuchter für die Aula angeliefert wurden. Zum Tag des offenen Denkmals, so kündigt die Leiterin des Universitätsarchivs Dr. Angela Hartwig an, könne auch der prachtvolle Raum im Obergeschoss, bei dem im Zuge der Sanierungsmaßnahmen das alte Oberlicht wiederhergestellt wurde, besichtigt werden. Die Universität ist ein wichtiger Partner bei den Vorbereitungen zum Stadtjubiläum. Seit 594 Jahren ist sie eng mit der Geschichte der Hansestadt verknüpft. Ihr 600. Jubiläum feiert sie nur ein Jahr später, 2019. Stadt und Uni haben sich deshalb für das Doppeljubiläum zusammengetan. Zuvor gibt es sogar noch ein drittes Jubiläum: 500 Jahre Reformation 2017. Auch für Rostock ein prägendes Ereignis, auch wenn die kirchliche Erneuerung hier erst 1531 vollzogen wurde.

Roland Methling
Roland Methling

Eine halbe Million Euro als Geburtstagsgeschenk für das Theater

In der Marienkirche wird der Chorraum derzeit einer Schönheitskur unterzogen. In Rostocks mittelalterlicher Hauptkirche wurde der Stadtrundgang traditionell von Oberbürgermeister Roland Methling eröffnet. Der blickte schon auf das große Jubiläum in fünf Jahren voraus. Bis dahin sollen noch einige Geschenke auf den Gabentisch kommen. Aber schon zum diesjährigen Geburtstag habe sich die Stadt selbst ein Geschenk bereitet. „Vorige Wochen haben wir einen neuen Haushalt beschlossen. Darin stehen 250.000 Euro als Grundstock für eine Stiftung, um das Theater auf den Weg zu bringen, was wir uns ja bis zum 24. Juni 2018 vorgenommen haben. Die Ostseesparkasse hat sich bereit erklärt diesen Grundstock um 250.000 Euro zu verdoppeln“, zeigt sich Roland Methling stolz auf die erste halbe Million für das Bauvorhaben, das einen zweistelligen Millionen Eurobetrag kosten wird.

Blücherdenkmal
Blücherdenkmal

Aber nicht nur nach vorn, auch zurück richtete sich der Blick während des Stadtrundgangs und nach oben zum Antlitz von Rostocks berühmten Sohn Generalfeldmarschall Blücher. „Kein Rostocker, kein Mecklenburger hat davor oder danach jemals so kräftig dem Rad der europäischen Geschichte in die Speichen gegriffen“, erklärt Stadtarchivar Dr. Karsten Schröder in seinen Erläuterungen zur Entstehung des Blücherdenkmals.

Kinder der KITA Marie Bloch
Kinder der KITA Marie Bloch

Ehren, Gedenken, Würdigen – um die Frage, wie man damit am Besten umgeht, ging es auch beim Vortrag von Dr. Joachim Lehmann vor dem Kriegerdenkmal in den Wallanlagen. Auf dem Hof des benachbarten Hauses der Musik fand der gut zweistündige historische Stadtrundgang, der von der Schützengesellschaft Concordia und „De Plattfoot Klaus“ mit Gesang und Gitarre begleitet wurde, seinen Ausklang. Die Kinder von der Kindertagesstätte Marie Bloch sorgten hier zum Schluss mit ihren fröhlichen, plattdeutschen Liedern für eine Charmeoffensive.

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