Das Volkstheater entrümpelt seinen Fundus

Schnäppchenjäger und Hobbyausstatter mit Sinn für besondere Wohnaccessoires stürmen das VTR-Lager

10. Mai 2014, von
Ich bin einfach hierher gekommen, um zu schauen, was es gibt und bin fündig geworden. sagt Klaus Költzsch und hätte gern noch mehr mitgenommen, hat sich dann aber doch für diesen bunten Eiswagen entschieden.
Ich bin einfach hierher gekommen, um zu schauen, was es gibt und bin fündig geworden. sagt Klaus Költzsch und hätte gern noch mehr mitgenommen, hat sich dann aber doch für diesen bunten Eiswagen entschieden.

Ein fantasievoll bunt bemalter Eiswagen aus Holz wird zukünftig vor einem Haus in Kassebohm stehen. Klaus Költzsch hat ihn für seine Enkeltochter erstanden, die nun damit spielen kann. Der bunte Wagen ist ein Unikat und ehemaliger Bühnenstar. Denn er war einst Requisit in Bronislav Roznos Schwarzlicht-Tanztheaterstück „Die Erschaffung der Welt“, das Robert Schrag ausgestattet hatte.

Nun wurde das gute Stück ausgemustert, wie so viele andere Möbel, Bühnenbilder und Kostüme des Volkstheaters Rostock.

Das Volkstheater Rostock verkauft alte Kostüme
Das Volkstheater Rostock verkauft alte Kostüme

Nur alle Jubeljahre hat so ein Fundusverkauf bisher stattgefunden. Der Andrang ist groß. Die Lagerhalle am Gerberbruch füllt sich mit Schnäppchenjägern, die auf der Suche nach besonderen Wohnaccessoires sind und stolz eine Jagdtrophäe nach der anderen heraustragen.

Lampen, übergroße Spielzeugfiguren und alte Werbebanner wechseln ihre Besitzer. Stühle für 1 Euro, Sofas und Bänke für einen kleinen Preis, sogar ganze Theaterstuhlsitzreihen werden in die Kombis und Kleintransporter geschleppt, die vor dem Haus dicht an dicht geparkt wurden. Manche sehen ganz gewöhnlich aus, andere sind fantasievoll designt.

Aus dem Theaterfundus
Aus dem Theaterfundus

Nicht alle, aber die meisten Gegenstände wurden in den Theaterwerkstätten hergestellt. Einige stehen schon sehr lange ungenutzt im Lager, wie die zu DDR-Zeiten gezimmerten Stühle. Andere stammen aus neueren Produktionen wie das runde Sofa aus „Die lustige Witwe“ oder die Ausstattung aus der Uraufführung „Happy Birthday Mr. President“.

Werden die Stücke, in denen sie ihren großen Auftritt hatten, abgesetzt, werden sie erstmal aufbewahrt. Relativ große Hallen am Gerberbruch und im ehemaligen Dieselmotorenwerk stehen dafür zur Verfügung. Nicht selten finden sie den Weg zurück auf die Bühne und werden ein weiteres Mal bei einer anderen Inszenierung eingesetzt. Das spart Ausgaben für Neues. Es ist ja bekannt, wie knapp das Theater bei Kasse ist. Und so fließen auch die Einnahmen aus dem Fundusverkauf als kleines Plus ins Budget zurück.

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