Wiro präsentiert Rekordzahlen für 2014 und nimmt Neubauten in Angriff
Mit 22,6 Millionen Euro Gewinn endet 2014 das erfolgreichste Jahr der Rostocker Wohnungsgesellschaft, Baustart für 240 neue Wohnungen angekündigt
9. Juni 2015, von Stefanie
Hohe Nachfrage, geringer Leerstand, niedriges Zinsniveau – die Rostocker Wohnungsgesellschaft Wiro präsentierte gestern auf ihrer Bilanz-Pressekonferenz positive Zahlen für das vergangene und bislang erfolgreichste Jahr in ihrer 25-jährigen Geschichte.
Auf 22,6 Millionen Euro (Vorjahr: 17,2 Mio) stieg der Bilanzgewinn im vergangenen Jahr an. 14 Millionen Euro sollen davon an die Hansestadt Rostock als Gesellschafter ausgeschüttet werden. „Das ist das Maximum, was wir nachhaltig können“, dämpft Wiro-Geschäftsführer Ralf Zimlich höhere Erwartungen, nachdem Oberbürgermeister Roland Methling während der letzten Bürgerschaftssitzung ankündigte, die kommunalen Unternehmen erneut auf „einen für sie zumutbaren Konsolidierungsbeitrag“ zum städtischen Haushaltssicherungskonzept unter die Lupe nehmen zu wollen.
Auch was das Thema Entschuldung betrifft, läuft es gut für die Wiro. Mit 980 Millionen konnte im vergangenen Jahr die magische Grenze von 1 Milliarde Euro unterschritten werden. Es handelt sich dabei vorrangig um alte Verbindlichkeiten – nach 1992 wurden rund 1,3 Mrd. Euro für die Sanierung des Wohnungsbestands ausgegeben.
33 Millionen Euro sind in diesem Jahr für Modernisierungen und Instandhaltung eingeplant. Saniert und umgestaltet wird in diesem Sommer auch das Wiro-Kunden-Center in der Langen Straße. Freundlich, offen und transparent möchte sich die „Wohnfühlgesellschaft“ hier künftig präsentieren. Mieterzufriedenheit, aber auch Bürgerbeteiligung – etwa bei der Planung des Werftdreiecks oder der Mittelmole – stehen weit oben auf der Agenda. Große Projekte erfordern mediale Aufmerksamkeit, hat die Wiro erkannt und übt sich nach teilweise heftigem Gegenwind bei den Mittelmole-Planungen jetzt in betonter Gelassenheit. „Wir haben klare Vorstellungen, was auf unserem Grundstück passieren soll“, so Zimlich, doch gibt er sich nach der geplatzten Olympia-Bewerbung abwartend und möchte erst einmal nur eine Zwischennutzung für die Gebäude auf dem Warnemünder Filetstück finden.
Nachdem es länger keine größeren Neubauten gab, fällt in den nächsten Wochen der Startschuss für gleich zwei Projekte. 180 Wohnungen sollen in einem neuen Quartier auf der Holzhalbinsel entstehen, dazu gehören auch sechs Stadthäuser. Angepeilte Nettokaltmieten von knapp 10 Euro dürften jedoch längst nicht für jeden bezahlbar sein. Die Kosten für Neubauten steigen, rechtfertigt die Wiro ihre Preise, besonders hier, wo eine aufwändige Pfahlgründung notwendig ist. Da es in Mecklenburg-Vorpommern keine soziale Wohnraumförderung gibt, müsse sich zudem jedes Projekt wirtschaftlich tragen – die Alternative sei nicht neu zu bauen, so Zimlich. Die Nachfrage ist groß und durch Umzüge werden teilweise auch wieder günstigere Wohnungen in Innenstadtlage freigezogen. 52 Millionen Euro investierte die Wiro auf der Holzhalbinsel, Baustart ist am 26. Juni, 2018 sollen die Bewohner einziehen können.
Im gehobenen Preisniveau werden auch die 60 Mietwohnungen liegen, die in den vier neuen Häusern im Warnemünder Dünenquartier entstehen. Am Ende der Parkstraße, zwischen Sportplatz und Jugendherberge, wo die Ostseesparkasse Rostock bereits sechs Gebäude mit Eigentumswohnungen errichtet, erfolgt der Baustart am 20. Juli.
Rund 70.000 Menschen leben insgesamt in einer der 35.604 Wiro-Wohnungen – das ist etwa jeder dritte Rostocker. 5,66 Euro pro Quadratmeter beträgt die Durchschnittsmiete – dies entspricht einer durchschnittlichen Steigerung von 16 Cent in den letzten fünf Jahren. Mit 5,07 Euro wohnt es sich in Schmarl am günstigsten, am meisten müssen die Warnemünder mit durchschnittlich 6,72 Euro auf den Tisch legen. Zusätzlich verfügt die Wohnungsgesellschaft über 623 Gewerbeflächen (Vorjahr: 627) und 9.316 Garagen/Stellplätze (Vorjahr: 9.259).