Warnemünder DDR-Zeit im Heimatmuseum

Dauerausstellung wird aufgefrischt und erweitert, mittelfristig will sich das Museum vergrößern

17. Februar 2017, von
Heimatmuseum Warnemünde (Foto: Archiv)
Heimatmuseum Warnemünde (Foto: Archiv)

Als Hauptkampfjahr bezeichnet Uwe Heimhardt das noch relativ frische 2017. Der Vorsitzende des Betreibervereins des Warnemünder Heimatmuseums und seine vielen ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder stecken mitten in der Umgestaltung der Ausstellungsräume. 100.000 Euro wurden dem volkskundlichen Museum des Ostseebads Warnemünde im letzten Jahr für die Erneuerung der Dauerausstellung von 2016 bis 2018 zugesprochen. Land und Stadt haben sich die Fördersumme gleichermaßen aufgeteilt. Anfang 2018 – also pünktlich zum Stadtgeburtstag – sollen die neugestalteten Ausstellungsräume eröffnet werden.

Normalerweise, so sagen Fachleute, sollten Dauerausstellungen alle 15 bis 20 Jahre überarbeitet werden. Die Warnemünder Ausstellung ist also längst überfällig. Sie stammt aus dem Jahr 1992. Nicht nur, dass das denkmalgeschützte Haus in der Alexandrinenstraße 31 Schritt für Schritt barrierefrei gestaltet werden und auch der Museumshof für Rollstuhlfahrer erlebbar gemacht werden soll. Es haben sich seitdem auch Erkenntnisse verändert, sagt Uwe Heimhardt, der sich schon über zwei Jahrzehnte für das Museum engagiert. „Im großen Ausstellungsraum wollen wir einen Zeitstrahl entwickeln, der die Geschichte vom Fischerort zum Seebad nacherzählt. Wurden die traditionellen Themen wie die Fischerei, das Lotsen- und Seenotrettungswesen und das Bäderwesen bisher nur bis in die 1950er Jahre dargestellt, wird die Ausstellung nun um die Entwicklung bis zur Wende erweitert. Wir nehmen also auch die DDR-Geschichte mit auf, die bislang total gefehlt hat. Viele Besucher fragen danach, wie es zu DDR-Zeiten in Warnemünde aussah“, skizziert Heimhardt das Vorhaben, bei dem auch die Industrieansiedlungen der jüngeren Geschichte Berücksichtigung finden soll.

„Wir müssen mit der Zeit gehen, um den Publikumsansprüchen gerecht zu werden“, sagt Dr. Michaela Selling, Direktorin des Amtes für Kultur, Denkmalpflege und Museen. Notwendigkeiten für Veränderungen in der Dauerausstellung sieht sie auch aus restauratorischen und konservatorischen Gründen. So haben gerade einige Textilien unter einer viel zu langen Ausstellungszeit gelitten. „Wir sind dabei Repliken anzufertigen“, informiert die Amtsleiterin, sodass die Besucher nicht auf den Anblick der wertvollen Stücke verzichten müssen.

Ein großer Teil der Exponate befinde sich jedoch im Depot. Gleich mehrere seien davon in Warnemünde verteilt und randvoll. „Das hängt damit zusammen, dass wir von den Warnemündern als Institution, als ihr Museum angesehen werden. Wir sind nicht irgendein Museum, sondern das Museum der Warnemünder. Wenn die Warnemünder irgendetwas loswerden wollen, dann wird da nichts weggeschmissen“, erzählt Uwe Heimhardt von der großen Verbundenheit und Wertschätzung der Warnemünder fürs Haus. Eine zusätzliche Ausstellungsfläche könne das 240qm große Museum gut füllen. Deshalb strecke man schon seit einigen Jahren die Fühler zur benachbarten Pension Birnbom aus, deren Pachtvertrag 2020 ausläuft. „Die Hansestadt Rostock muss da aber mitspielen“, fordert Heimhardt.

Das neue Konzept für die Umgestaltung der Dauerausstellung ist noch unter der Federführung der ehemaligen Museumsleiterin Dr. Kathrin Möller entstanden, die im letzten Jahr zum Schiffbaumuseum wechselte. Die Lücke, die sie mit ihrem Weggang hinterließ, soll demnächst beseitigt werden. In den nächsten Tagen finden dazu erneut Bewerbungsgespräche statt, nachdem es mit einer ersten Nachfolgerin nicht gepasst hatte.

Die neue Leiterin bzw. der neue Leiter des Warnemünder Heimatmuseums kann dann eine bei Einheimischen und Gästen sehr beliebte Einrichtung ihren/seinen Arbeitsplatz nennen. Der Anteil der Besucher der Rostocker Museen lag immerhin bei 6,7 Prozent im letzten Jahr. Das entspricht 12.245 Besuchern. Als der Museumsverein Warnemünde 2005 das Haus übernahm wurden nur 5.600 Besucher gezählt. Besonders von den Kreuzschifffahrttouristen werden die Sonderöffnungszeiten sehr gut angenommen, sagt der Vereinsvorsitzende Uwe Heimhardt.

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