Neuer Schwung für den Theaterneubau

Oberbürgermeister soll mit Land Rahmenbedingungen für die Volkstheater-Spielstätte neu verhandeln

2. Februar 2018, von
 Das Große Haus des Volkstheaters Rostock ist schon lange baufällig. Jetzt soll ein Neubau möglichst schnell gehen.
Das Große Haus des Volkstheaters Rostock ist schon lange baufällig. Jetzt soll ein Neubau möglichst schnell gehen.

Es soll wieder Schwung in den Bau eines neuen Theaters kommen. Seit Jahrzehnten werden in der Stadt schon Pläne geschmiedet und wieder verworfen. Nun rücke der Neubau „in greifbare Nähe“, glaubt Henning Wüstemann vom Kulturausschuss. Dieser hatte am Mittwoch in der Bürgerschaft einen Antrag eingebracht, der den Oberbürgermeister beauftragt, mit dem Land neu zu verhandeln sowie einen neuen Zeit- und Finanzierungsplan zu erstellen.

Dies sei notwendig, da sich die Rahmenbedingungen seit 2015 verändert haben. Diese wurde im Wesentlichen mit der Zielvereinbarung zwischen Land und der Hansestadt festgelegt. Damals sagte das Land eine Förderung von 50 Prozent, maximal jedoch 25 Millionen Euro, zu. Auch eine Ausnahmeregelung, mit der Rostock für die andere Hälfte einen Kredit aufnehmen kann, gehörte zur Abmachung. Bedingung war, dass 9,1 Millionen Euro für den jährlichen Theaterbetrieb und die Baukostenfinanzierung nicht überschritten werden.

Seit dieser Zielvereinbarung sei kontinuierlich gearbeitet worden, versichert Oberbürgermeister Roland Methling gegenüber den Skeptikern, die das Projekt Theaterneubau mal wieder in der Schublade verrotten sahen. „Dabei wurde festgestellt, dass der Theaterneu über 100 Millionen Euro kosten wird. Uns sind die Hände gebunden.“

Damit Rostock nun doch „so schnell wie möglich“ ein neues Theater bekommt, soll Methling mit dem politischen Auftrag im Rücken neu mit dem Land verhandeln. Ziel ist es nun, dass das Land weiterhin 50 Prozent der Baukosten tragen soll, aber eben nicht von ursprünglich 50 Mio Euro, sondern „auf der Grundlage der fachlichen Bewertung eines Theaterneubaus von 103 Mio Euro.“

Für die Finanzierung der anderen Hälfte soll nicht nur die Stadt allein, sondern auch der Landkreis seinen Beitrag leisten. „Es wäre gut, wenn wir nicht selbstverständlich die zweite Hälfte nämlich 50 Mio als Hansestadt Rostock alleine tragen, obwohl wir als Kulturregion für 400.000 Einwohner nach der landeskulturpolitischen Linie zuständig seien“, schlägt das Stadtoberhaupt vor. Das Theater werde nämlich für 400.000 Einwohner in Rostock (etwas über 200.000 Einwohner) und Umgebung gebaut.

Wichtig sei, so Methling, dass die Kosten im Auge behalten werden, denn trotz aller momentanen Stärke habe Rostock noch viele weitere infrastrukturelle Projekte auf der Agenda für deren Realisierung „wir die Sympathie aus dem Land brauchen“.

Als Zeichen der politischen Festlegung will er die bis zu 17 Mio Euro verstanden wissen, die aus von der Stadt erzielten Überschüssen in die Theaterstiftung gelegt werden sollen, so sein Vorschlag.

Im April soll nun erstmal das neue Quartiersblatt für den Bussebart vorgestellt werden, mit dem die Planungen an dem neuen Theaterstandort voranschreiten sollen.

Aktuell anvisiert ist, dass das neue Rostocker Theater im Jahr 2025/26 eröffnet wird.

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