
Zurück auf dem Neuen Markt kritisierte der thüringische AfD-Vorsitzende Björn Höcke, der nach dem Umzug mit einer schwarzen Limousine vorgefahren wurde, bei der Abschlusskundgebung die Blockade. Er bezeichnete die Teilnehmer der Aktion „Hinhocken gegen Höcke“ als Knallköpfe und Demokratieverächter. Während seiner etwa halbstündigen Rede protestierten Gegendemonstranten an der Nordkante des Neuen Marktes lautstark. Mit laut aufgedrehter Jazz-Musik versuchten offenbar auch Anwohner die Rede zu übertönen. Schließlich versagte das Mikrofon, sodass Höcke seine Rede mit einem Megafon beenden musste.

Parallel dazu fand in der Marienkirche eine interreligiöse Andacht mit über 800 Menschen statt, darunter viele Familien. Jüdische, christliche und muslimische Vertreter betonten die Zusammengehörigkeit und den Wunsch nach Frieden und Versöhnung.
Der Ton sei rauer geworden, stellte Manuela Schwesig in ihrem Grußwort fest. Sie unterstrich darin, dass sie sich als Ministerpräsidentin für alle Bürgerinnen und Bürger Mecklenburg-Vorpommerns verstehe. „Jeder hat das Recht seine Meinung zu sagen. Aber es gibt eine klare Grenze - dort, wo Hass, Hetze und Gewalt andere treffen.“
Die Einhaltung dieser Grenze überwachten am heutigen Demonstrationstag in Rostock insgesamt 1.250 Polizeikräfte aus Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, Brandenburg, Niedersachen, Hessen, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und der Bundespolizei. Mehrere Wasserwerfer standen bereit, Hubschrauber und eine Pferdestaffel waren im Einsatz.
Am Rande des Einsatzes wurden u.a. Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingeleitet sowie mehrere Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und ein mit Haftbefehl gesuchter Mann festgestellt, teilte die Rostocker Polizeiinspektion in einem ersten Fazit am Abend mit.
Bis Mitternacht hatte sie die Innenstadt komplett für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Auch Straßenbahnen und Busse fuhren stundenlang nicht, sodass es auch in anderen Stadtteilen zu erheblichen Einschränkungen kam. Viele Einzelhandelsgeschäfte und Lebensmittelmärkte schlossen wegen der Demos bereits am frühen Nachmittag.
Die AfD hat bereits die nächsten Demonstrationen in Rostock angekündigt: am 16. November im Hansaviertel sowie am 12. Dezember in der KTV.
Fotos von der AfD-Demo und den Gegendemonstrationen in Rostock:



