5. Albert Schulz Preisverleihung 2011
Harald Ruschel und Katrin Zschau werden für ihr soziales Engagement geehrt
15. April 2011, von Stefanie
Für ihr besonderes soziales und demokratisches Engagement wurden heute im Festsaal des Rostocker Rathauses zwei Gewerkschafter mit dem Albert Schulz-Preis ausgezeichnet. „Beide Preisträger haben sich für andere Menschen eingesetzt, ohne zu fragen: Was hab ich denn davon? Das ist nicht selbstverständlich“, würdigte Minister Volker Schlotmann (SPD) ihre Leistung. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Stiftung und Sohn des Namensgebers Peter Schulz überreichte der Politiker die Auszeichnungen.

Der mit 5000 Euro dotierte Hauptpreis wurde an den ehemaligen Betriebsratsvorsitzenden der Wadan Werft in Rostock-Warnemünde Harald Ruschel verliehen. Von 1977 bis zur Insolvenz 2009 war er auf der Warnow Werft tätig. Als Gewerkschafter setzte er sich hier für seine Kollegen ein, ab 1990 in der IG Metall Küste. Besonders sein Einsatz für den Erhalt von Arbeitsplätzen soll mit der Preisverleihung gewürdigt werden. Jedoch sei dies keine Einzelleistung, betonte der Geehrte in seiner Dankesrede „Wir waren und sind ein sehr gutes Team der ehemaligen Werftarbeiter.“ Angesichts der Entwicklungen auf der Werft – kurz zuvor begleitete er das Ausdocken des vorerst letzten Containerschiffs – beschäftigt ihn jedoch immer noch die Frage, ob er genug getan hat und ob noch mehr zu erreichen gewesen wäre.

Den mit 1000 Euro dotierten Förderpreis erhielt Katrin Zschau. Nach ihrem Studium der Politikwissenschaften in Rostock war sie Jugendbildungsreferentin im DGB und ist jetzt als Geschäftsführerin der GEW Mecklenburg-Vorpommern tätig. Geehrt wurde sie aber nicht zuletzt für ihr außergewöhnlich hohes ehrenamtliches Engagement in verschiedenen Vereinen und Organisationen, in denen sie sich für Toleranz und Demokratie einsetzt.

Bereits zum fünften Mal verlieh die Albert-Schulz-Stiftung den Preis, der an den Sozialdemokraten und früheren Rostocker Oberbürgermeister Albert Schultz erinnert. 1895 in Rostock geboren, war er seit seiner Maschinenbauerlehre auf der Neptun-Werft in der Arbeiterbewegung aktiv und wurde Gewerkschafts- und Parteimitglied. Während der Weimarer Republik war er Landtags- und Reichstagsabgeordneter der SPD. Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte Albert Schulz am Wiederaufbau der SPD in Rostock mit und wurde Oberbürgermeister unserer Hansestadt. 1949 flüchtete er nach Hamburg.
Im oberen Foyer des Rathauses erinnert eine Büste von Jo Jastram an den früheren Rostocker Bürgermeister Albert Schulz.