Berliner Architekten gewinnen Wettbewerb für Petriviertel
Architekturwettbewerb für „Wohnpark Petrihof“ der Wohnungsgenossenschaft Warnow entschieden
27. Mai 2011, von Olaf
Es geht voran mit dem Petriviertel, das in den nächsten Jahren zwischen der Rostocker Altstadt und dem Flussufer der Warnow entstehen soll. Wie es dort künftig aussehen könnte, zeigen die Entwürfe eines Architekturwettbewerbs für den Wohnpark Petrihof, den die Wohnungsgenossenschaft Warnow hier auf einem 7.000 qm großen Grundstück errichten möchte.
Bebauungsplan und Gestaltungshandbuch hätten schon sehr enge Vorgaben gemacht, erläutert Ralph Müller, Leiter des Stadtplanungsamtes. So sei die einseitig offene, zur Warnow geöffnete Hofstruktur doch eine sehr klare Vorgabe gewesen.
Obwohl der Spielraum der Architekten in gewisser Weise eingeengt war, so Müller, gab es dennoch eine Vielzahl interessanter Wettbewerbsarbeiten mit teils sehr unterschiedlichen Grundauffassungen.

In einer siebenstündigen Sitzung entschied sich die Jury gestern einstimmig für den Entwurf der Berliner Architekten Hans Josef Lankes und Per Köngeter. „Die Hansestadt Rostock als Auslober ist mit dem Wettbewerbsergebnis sehr zufrieden“, betonte Müller.
Genossenschaftliches Wohnen soll an diesem Standort im Vordergrund stehen, erläutert Hagen Hildebrandt, Vorstandsvorsitzender der WG Warnow, das Ziel des Bauträgers. „Wir sehen den Schwerpunkt eher bei den kleineren Wohnungen“, so Hildebrandt. Zwei- und Dreiraumwohnungen mit interessanten, abwechslungsreichen Grundrissmodellen und eine barrierefreie Erreichbarkeit sollen sowohl jüngere als auch ältere Mieter ansprechen.
130 Wohnungen werden im Petrihof entstehen – alles Mietwohnungen, wie Hildebrandt betont. Gut 270 Interessenten haben sich für das Objekt bereits vormerken lassen. Spätestens im zweiten Quartal des nächsten Jahres soll Baubeginn sein, 2014 wird als Fertigstellungstermin angepeilt.
Auf etwa 15,5 Millionen Euro werden sich die Baukosten belaufen. Auch wenn die östlichen Wohneinheiten mit Warnowblick etwas teurer ausfallen dürften, sollen die Objekte langfristig bezahlbar bleiben, so Hildebrandt.

Eine abwechslungsreiche Architektur sei ihnen sehr wichtig gewesen, erläutert Preisträger Per Köngeter seinen Entwurf. So soll durch eine individuelle, kleinteilige Gestaltung der einzelnen Aufgänge der Stadthauscharakter des U-förmigen Ensembles erhalten bleiben.
Ob der Entwurf der beiden Berliner Architekten tatsächlich realisiert wird, steht noch nicht endgültig fest. „Er kommt aber ziemlich dicht an die Vorstellung, die wir haben“, freute sich Hildebrandt auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Berliner Architekten-Duo.
Insgesamt haben sich 129 Architekturbüros an dem Wettbewerb beteiligt. Neun Teilnehmer wurden von der Jury für die zweite Runde ausgewählt, ein weiterer vom Bauherren gesetzt. Vom 14. Juni bis zum 1. Juli werden die Arbeiten der zehn Finalisten in einer öffentlichen Ausstellung im Verwaltungsgebäude der WG Warnow am Vogelsang 14 vorgestellt.
Bilder 2 & 3: Lankes Köngeter, Berlin