„STAPELLAUF II“ im Artquarium Rostock
Sandra Schmedemann, Anna Silberstein und Celine Krüger feiern die Neueröffnung des „Artquariums“ in der KTV
12. März 2012, von Christina
Nach fleißigem Malern, Hämmern und klar Schiff machen, war es am Freitag endlich so weit: Die MS Artquarium wurde feierlich vom Stapel gelassen. Zur Neueröffnung der Produzentengalerie tummelten sich um die stolzen Crewmitglieder Sandra Schmedemann, Anna Silberstein und Celine Krüger viele Kenner, Könner und Freunde der Kunst. Eine Überraschung gab es auch: Zur Feier des Tages enthüllten die Künstlerinnen Rostocks zweiten „Kunstautomaten“.
„Licht aus – Spot an!“, hieß es im Barnstorfer Weg 36, als die drei Künstlerinnen sich mit einer Taschenlampen-Lightshow als neue Crew des Artquariums vorstellten. Zu Klängen von Ronny Bruch am Vibrafon öffneten sie erstmals die Tür ihrer neuen Galerie und begeisterten die Gäste mit ihrer Kunst und dem liebevoll gestalteten Galerieraum.

Vor dreieinhalb Jahren wurde das Artquarium von Schmuckdesignerin Anna Silberstein und vier weiteren Künstlern als Produzentengalerie in der östlichen Altstadt gegründet. Seit dem war die Galerie Gastgeber für 32 Künstler und Kunsthandwerker, die mit ihren Werken zum stetigen Wandel des Artquariums beitrugen.
Der Umzug der Produzentengalerie in die KTV hatte vor allem praktische Gründe: „Ich wollte Galerie und Werkstatt trennen, denn die Galeriearbeit wurde auf die Dauer zu aufwendig um konzentriert zu arbeiten“, erklärt Anna Silberstein, die als letzte Artquarianerin der alten Galerie-Mannschaft damals die meiste Verantwortung trug.

Um sich wieder konzentriert ihrer Arbeit widmen zu können, zog die Schmuckdesignerin in die Werkstatt von Sandra Schmedemann. Die Keramikerin und studierte Industriedesignerin mietet bereits seit 2009 die Werkstatt im Hinterhof des heutigen „Artquariums“ in der KTV und fertigt dort Porzellan. Als der Laden in unmittelbarer Nähe der Werkstatt frei wurde, beschlossen die Künstlerinnen gemeinsam einen neuen Anfang zu wagen. Zusammen mit der selbständigen Keramikerin Celine Krüger, die ebenfalls in der Werkstatt im Hinterhof einzog, war das neue Artquarium-Team perfekt.

Das Artquarium in der KTV macht seinem Namen alle Ehre, denn hier wird Kunst in einem dezent maritim gestalteten Raum präsentiert. Das maritime Konzept der Galerie entstand in Anlehnung an den alten Heimathafen des Artquariums, die Große Wasserstraße. „Mit dem Standortwechsel haben wir das Konzept behalten und auch das neue Artquarium maritim gestaltet“, erklärt Anna Silberstein. Im Laufe der Jahre hat die Schmuckdesignerin selbst Gefallen am Galerienamen gefunden: „Der Name war inspirierend für mich. Seit ich im Artquarium bin, mache ich unter anderem auch maritimen Schmuck, was auch damit zu tun hat, dass ich den Zoologen Ernst Haeckel für mich entdeckt habe.“

Auch eine Überraschung gab es zur Eröffnung. „Wir ziehen nicht einfach weiter, ohne sichtbare Spuren zu hinterlassen“, freut sich Crewmitglied Sandra Schmedemann. Unter Applaus erklärt sie, dass der „Kunstautomat“ des Artquariums weiterhin an seinem alten Standort in der Großen Wasserstraße Passanten beglücken wird.
Der „Kunstautomat“ in der östlichen Altstadt beherbergt Schätze, geschaffen von Gästen und befreundeten Künstlern der Galerie. Jeder neugierige, kunstinteressierte Passant kann im Vorbeigehen Münzen in den Automaten werfen, eine Schublade herausziehen und sich dann über ein kleines Kunstwerk freuen, das er nun erworben hat. Als die Artquarium-Crew verkündet „Wir bereichern Rostock mit einem zweiten Kunstautomaten, einem echten KTV-Hingucker!“, war die Freude im Publikum noch viel größer. Die drei Künstlerinnen ernteten für diese Idee nicht nur freudigen Applaus, sondern auch viele „Ohs“ und „Ahs“, als sie das neue Schmuckstück endlich enthüllten.

„Eine klasse Idee!“, findet auch der junge Rostocker Künstler Felix Fugenzahn, der sich ebenfalls zur Eröffnung des KTV-Artquariums einfand. „Ich habe im alten Artquarium schon einmal ausgestellt, daher kenne ich das Team, und ich muss sagen, der neue Laden ist echt schön geworden“, lobt Fugenzahn die Galerie und huscht zur Bar, um dort seinen Artquarianischen Geldschein gegen ein liebevoll maritim hergerichtetes Begrüßungsgetränk zu tauschen.
Im neuen Artquarium kann man nicht nur Porzellan von Sandra Schmedemann, Schmuck von Anna Silberstein und Keramiken von Celine Krüger bewundern, sondern auch Schöpfungen und künstlerische Kleinode weiterer Künstler sehen und erwerben. Für alle neugierigen Besucher ist das Artquarium im Barnstorfer Weg 36 von Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr geöffnet; am Samstag kann man die Galerie zwischen 11 und 14 Uhr besuchen.