Aufgetakelt 1 – Internationales Frauenkunstfestival
Künstlerinnen aus fünf Ostseeländern präsentieren ihr Werk in der Alten Zuckerfabrik
18. September 2010, von Stefanie
Beim internationalen Festival „Aufgetakelt“ in der Alten Zuckerfabrik können sich sowohl Männer als auch Frauen an diesem Wochenende der Kunst nähern.
Das ist wichtig zu erwähnen, denn neben der Kunst an sich, ist auch irgendwie die Geschlechterzugehörigkeit ein Thema und so lautet der vollständige Name der Veranstaltung dann auch „Aufgetakelt 1 – Internationales Frauenkunstfestival“.

Unter dem Motto „von Frauen für alle“ können also Alt und Jung, Dick und Dünn und eben auch Männlein und Weiblein in den Genuss von internationaler Kunst und Kultur kommen. Ein außerordentlich breites Spektrum von darstellender, bildender Kunst, Literatur und Musik wird dabei geboten.

Warum also Frauenkunstfestival? Der Name lässt es schon ahnen, das Frauenkunstfestival wurde nahezu ausschließlich von Akteurinnen auf die Beine gestellt. Die Fäden in der Hand hielt dabei die Rostocker Kulturinitiative P.ART. Vor etwa zwei Jahren wurde sie von der Malerin Grit Sauerborn gegründet und wird heute unter anderem durch die Fotografin Janet Zeugner und die Filmautorin Gudrun Britta Nöh verstärkt.
Träger ist der Rostocker Frauenkulturverein die Beginen e.V. Auch die Jury des Festivals ist ausschließlich weiblich besetzt. Als Schirmherrin konnte die Musikerin und Jazzsängerin Uschi Brüning gewonnen werden. Gefördert wird das Festival von der Parlamentarischen Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Hansestadt Rostock.

Nicht zu vergessen sind natürlich die mehr als 20 Künstlerinnen aus fünf Ostseeländern, die bei „Aufgetakelt“ Einblicke in ihre Arbeit geben. Ziel sei es, so die Veranstalter, „eine kultursolidarische Vernetzung von Künstlerinnen aus Mecklenburg-Vorpommern und Ostseeanrainerländern zu ermöglichen.“ Man verspreche sich in diesem Raum neue Impulse für die weitere Entwicklung der Kunst-Szene. Das Festival diene in diesem Sinne auch dem künstlerischen Austausch neuer Ideen, Formen und Ausdrucksweisen.

Entwicklung der Kunst-Szene an der Ostsee – das klingt ja gut. Aber warum wollen die Frauen dabei lieber unter sich bleiben?
In Gesprächen mit verschiedenen Künstlerinnen habe ich erfahren, dass es heutzutage als Frau im Vergleich zu den Männern immer noch schwerer sei, sich als Künstler in der Öffentlichkeit zu etablieren und Erfolg zu haben. Obwohl die Annahme aus vergangenen Jahrhunderten, dass Frauen weniger künstlerisch begabt seien als Männer, längst überholt ist, kämpfen sie mit ähnlichen Problemen und sind deshalb an einem Austausch interessiert.