In unserer modernen, leistungsorientierten Gesellschaft hat das Thema Tod im Alltag keinen Platz. Wir wissen zwar, dass wir alle eines Tages sterben müssen, verdrängen unsere Sterblichkeit aber gerne, wollen nichts davon wissen. Der Tod wird regelrecht tabuisiert.
In der Kunsthalle wurde nun eine neue Ausstellung mit dem Titel „Noch mal leben“ eröffnet, die Tod und Sterben nicht verdrängt, sondern in den Mittelpunkt rückt, wobei die Ausstellungsmacher sehr behutsam und respektvoll mit dem Thema umgegangen sind. Zu sehen sind 26 Schwarz-Weiß Portraits von Menschen, die zum Zeitpunkt des Portraitierens ihrem Tod bereits sehr nahe waren. Dabei entstand jeweils ein Foto in der Zeit vor und eines unmittelbar nach dem Tod. Neben den Porträts von Walter Schels gibt es Texte von Spiegel Reporterin Beate Lakotta zu lesen, in denen die Sterbenden noch einmal zu Wort kommen.

„Wir können das nicht ignorieren“, äußerte sich Christine Kruz vom Förderverein Hospizinitiative Rostock e.V. vor Beginn der Ausstellungseröffnung am gestrigen Abend.

In ihren einleitenden Worten betonte sie zudem den lebensbejahenden Aspekt der Ausstellung, die auch dazu anregen soll, bewusst zu leben. Die Besucher sollen die Ausstellung verlassen können und sagen: „Diesen Tag möchte ich noch mal leben.“
Auch Walter Schels betonte diesen Aspekt: „Was ich in der Hospiz gelernt habe, das ist das Hinhören, als wäre es das letzte Mal.“


Über die eigentliche Ausstellung hinaus wird es auch ein Begleitprogramm geben, das sich über die kommenden Wochen erstreckt. So wird es jeweils mittwochs Vorträge, einen Spielfilm, sowie ein Konzert von Studenten der HMT geben. Zudem wird den Rostocker Hospizen und dem ökumenischen Trauernetzwerk Rostock Gelegenheit gegeben sich vorzustellen. Die Ausstellung selbst wird noch bis zum 20. März zu sehen sein.