
Neben den Universitätskleinodien, den Kunstwerken der Universitätskirche und einer Reihe von Gemälden, zählen dazu auch 130 Bildnisse von Professoren. Bis ins späte 16. Jahrhundert reicht ihre Entstehungszeit zurück.
Eine vergleichsweise junge Tradition haben hingegen die Rektorenporträts. Anlässlich des 550.Gründungsjubiläums der Alma Mater Rostochiensis beschloss der Senat 1965, dass von allen seit der Wiedereröffnung der Universität im Jahre 1946 amtierenden Rektoren Porträts angefertigt werden sollen. Namhafte Künstler wie Bernhard Heisig, Willi Sitte und Werner Tübke beteiligten sich an der Umsetzung dieser Aufgabe.
Nun werden erstmals 18 Rektorenporträts aus diesem und den vergangenen beiden Jahrhunderten in der Gesamtschau „Rostocker Rektoren im Spiegel der Kunst“ in der Südstadtbibliothek präsentiert.
Darunter auch das jüngste Werk der Sammlung. Ein Porträt von Professor Dr. Thomas Strothotte, der die Universität von 2006 bis 2008 leitete. Bei der Ausstellungseröffnung wurde es zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.
„Jetzt hat die Universität Rostock auch fast einen Rembrandt“, offenbarte Rektor Professor Dr. Wolfgang Schareck seine Gedanken, als er das Ölgemälde zum ersten Mal betrachtete.

Er diente ihr deshalb als Vorbild bei der Darstellung des Stabilen. Für die Bewegung ließ sie sich von ihrem zweiten „Helden“ Rembrandts Zeitgenossen Frans Hals inspirieren. Denn der Spannungsmoment zwischen ruhig und tragend einerseits und packend und dynamisch andererseits interessierte sie besonders an ihrer Arbeit am Porträt. Beobachtet hatte sie diese Eigenschaften ihres Modells schon nach wenigen Begegnungen. Mit „einer gewissen leichten Behäbigkeit, die dann immer ganz schnell in eine Wahnsinnsdynamik hochschießt, sobald er ein Thema hat“, beschreibt sie ihren ersten Eindruck von Thomas Strothotte.

Dabei ließen seine Körperhaltung, seine Mimik und Gestik, aber auch seine Stimme und Prosodie bei seinen Ausführungen direkt neben dem Bild keinen Zweifel daran, dass es Ulrike Angermeier gelungen war, den ehemaligen Rektor der Universität Rostock zu porträtieren.
Die Ausstellung „Rostocker Rektoren im Spiegel der Kunst“ kann noch bis zum 13. Mai kostenfrei besucht werden.