
Die Ausstellungseröffnung gestern Abend war so gut besucht, dass es stellenweise etwas eng wurde. Zunächst hatten alle Gäste ein wenig Zeit, um die Arbeiten zu sichten, dann eröffnete der Maler und Grafiker Stefan Kollner die Ausstellung mit einer kurzen Rede. Das Gitarren-Duo Klaus Hammer und Thorsten Jahnke sorgte für die musikalische Untermalung.

Bei seiner Arbeit sieht Ulrich Hammer die Transformation des Lebensernstes zur geformten Heiterkeit als ein wichtiges Anliegen. Mit der Lust am Spiel und am Ausprobieren die eigenen Sinne zu erleben und zu kultivieren, bereite ihm bei der Arbeit wirkliches Schaffensglück.

So sei auch alles, was Ulrich Hammer als Mensch erlebe und erfahre, in der Subjektivität gefangen. Mit der Kunst gibt er dem Drang nach, diese Erfahrungen auszudrücken und weiterzugeben.
Der Weg vom Banalen zum Wichtigen, mit der Suche nach der richtigen Form während des künstlerischen Schaffensprozesses, sei tatsächlich das „menschliche Drama“ im Sinne Carl Hofers. Mit der Formsuche und -findung gewinnt der Künstler auch Selbstdistanz und mit etwas Glück werden am Ende seine seelische Energie und die gefundene Form eins.

Die Ausstellung trägt auch nicht ohne Grund den Namen „Summe und Fragment“. Da Ulrich Hammer Ende März seinen 80. Geburtstag feiert, sei dies für ihn eine gute Gelegenheit, auf das fertige Werk der letzten 15 Jahre seiner Arbeit als Künstler zurückzublicken. In seinem Alter, fügte er noch hinzu, würde jedoch einiges vielleicht auch nicht mehr fertig werden und somit ein Fragment bleiben.
Trotz dieser etwas melancholischen Anmerkung nahm das Publikum die nicht vorbereitete Rede von Ulrich Hammer locker auf. Der Künstler beendete seine Ausführungen mit dem Schicksalslied von Hölderlin, das für ihn, ebenso wie die kurz zuvor gespielte Fughetta aus Beethovens Diabelli-Variationen, die Sinnlichkeit in ihrer reinen Form verkörpere.
Damit war die Ausstellung nun offiziell eröffnet und man konnte sich von Ulrich Hammers Kunst überzeugen und – wenn man denn wollte - bei einem Gläschen Sekt darüber fachsimpeln. Wer noch Nachhilfe braucht, kann am 31. März 2010 anlässlich des 80. Geburtstages Hammers an einem Künstlergespräch teilnehmen, das der Kunstverein in Zusammenarbeit mit der VHS Rostock organisiert. Ansonsten ist die Ausstellung „Summe und Fragment“ mit Malereien, Grafiken und Plastiken von Ulrich Hammer noch bis zum 17. April 2010 in der Galerie am Alten Markt zu sehen.