
Dass sich dieser Traum so schnell bewahrheiten würde, hatte ich jedoch nicht geahnt. Nun ja, das Innerstädtische Gymnasium am Goetheplatz ist zwar nicht meine alte Schule, aber doch eine gute Gelegenheit, um mal wieder in das alte wohl bekannte Gefühl hineinzuschnuppern.

Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten im renovierten Schulgebäude des ISG, welche durch seltsame Wegweiser und unverständliche Abkürzungen nicht gerade erleichtert wurden, fand ich endlich einen Verantwortlichen. Na ja, eigentlich einen Schüler, der mit Anzug und Namensschildchen recht wichtig aussah. „Die GA sind in der Aula“, erklärte er, zeigte mir aber freundlicherweise auch gleich noch den Weg.

Nachdem sämtliche teilnehmende Schüler in der Aula Platz genommen hatten, konnte es losgehen. Laut Programmheft stand zunächst die „Formal Opening Ceremony“ bevor, welche unter anderem Reden des President of the GA (übrigens General Assembly) und des Schulleiters des ISG beinhaltete. Präsidentin und damit die Glückliche mit dem besten Sitzplatz war die Schülerin Eline Severijnen, die mit gutem Englisch und starker Souveränität ordentlich Eindruck machte.

„It's up to us, up to everyone, to save our planet“, brachte die Schülerin Clara Leiva Burger das später noch einmal genau auf den Punkt. Diesbezüglich stehen natürlich das Teilnehmen an öffentlichen Wahlen und der eigene Beitrag zum Klimaschutz ganz oben auf der To-do-Liste.

Interessant ist dabei, dass Deutschland von Schülern aus den Niederlanden und die Niederlande von deutschen Schülern vertreten wurden. Es gab also nicht so etwas wie einen Heimvorteil.
Rektor Thomas Döring fasste das Konzept von BALMUN noch einmal zusammen. Zum einen sollte die Konferenz eine realistische Kopie der UN darstellen, damit die Teilnehmer Eindrücke von echter Politik gewinnen konnten. Zum anderen sollte es eine ideale Version der Wirklichkeit sein. Die Schüler sollten neue Ideen und Lösungen für realistische Probleme finden und dabei natürlich auch neue Freundschaften schließen.
Auch Dr. Joachim W. Dippner vom Leibniz Institute for Baltic Sea Research in Warnemünde durfte mit seiner Rede einen Teil zur Eröffnungszeremonie beitragen und damit gleich noch eine kleine Nachhilfestunde bezüglich des Klimawandels geben.
Seiner Meinung nach trägt der Mensch zwar keinen unwesentlichen Beitrag zur Klimaveränderung bei, nebenbei wären aber auch noch natürliche Ursachen verantwortlich, die es schon immer gegeben hatte. Dazu zählen etwa die sich verändernde Form der Erdumlaufbahn, der Neigungswinkel der Erdachse und die abnehmende Sonnenaktivität.
„We have only one world and no time for experiments“, war seine schön formulierte Take-Home-Message und damit der Abschluss des Vortrags.

Mit den vorherigen Reden war es mit der Opening Ceremony natürlich noch nicht getan. Nach der Pause folgten die Opening Speeches der Ambassadors, Committees, SC und SpC – das Programm ging noch bis zum Abend so weiter.
Wer mehr erfahren möchte, kann ja mal auf www.balmun.de vorbei schauen. Wer die Teilnehmer der Konferenz einmal unter lockereren Bedingungen kennen lernen will, hat dazu am Samstag ab 20:00 Uhr beim BALMUN Dance in der Bacio Lounge Gelegenheit.