Nach acht Esskastanien ist erstmal eine Pause angesagt. Arun und Mareno gönnen sich zwischendurch einen heißen Kinderpunsch. Finger wärmen, denn die Kälte kneift doch ein wenig an diesem wunderschönen sonnigen Herbsttag. Etwa 150 Menschen lockte er in die Rostocker Heide zur Aktion „Bürger pflanzen Bäume“. Die beiden Freunde haben sich insgesamt 18 Esskastanien vorgenommen. Und so treiben sie mit ihren Spaten ein Loch nach dem anderen in den Waldboden und setzen die jungen Bäume hinein. „Wir wollen der Natur helfen. Wenn wir groß sind, können wir sagen: Das waren wir“, sagt der elfjährige Arun stolz.
Neben den Esskastanien wird auch Wildobst im Bereich des alten Waldhauses Müggenburg angepflanzt und so der Tisch für die Bienen der benachbarten Belegstellte und andere Insekten gedeckt. Linde, Hainbuche, Ahorn – insgesamt zwölf Arten sollen auf gut einem Hektar für einen artenreichen und bienenfreundlichen Baumbestand sorgen. Im Januar 2015 hatte Orkan Felix hier gewütet und zwischen den hohen Kiefern ordentlich ausgelichtet. 1100 Bäume hatte das Stadtforstamt deshalb hier hergeschafft, um gemeinsam mit den Rostockern den Wald wieder aufzuforsten.

Angefangen hatte „Bürger pflanzen Bäume“ 2011 mit der Ausgleichspflanzung für das Darwineum, nachdem für die Erweiterung des Zoo einige Bäume im Barnstorfer Wald weichen mussten. „Natürlich leben wir in einer Kulturlandschaft, in der es auch mal notwendig sein wird, diesen und jenen Baum abzunehmen. Aber dann muss man auch dafür sorgen, dass nachgepflanzt wird“, erklärt Zoodirektor Udo Nagel, der mit Gummistiefeln und Spaten ausgestattet ebenfalls mit Hand anlegt.
