
Neun ganz verschiedene Menschen zwischen 16 und 60 Jahren aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten haben sich für das Mehrgenerationenprojekt am Volkstheater zusammengefunden. Sie alle verbindet die Leidenschaft für das Schauspiel. „Wir hatten drei Jugendclubs und ich fand es reizvoll, einen Club für alle die zu machen, für die es bisher noch keinen gibt“, erzählt Theaterpädagogin Janny Fuchs, die das Projekt vor zwei Jahren ins Leben gerufen hat.
Gemeinsam mit Kollegin Swantje Nölke betreut sie die Proben und erarbeitete zusammen mit den Schauspielern das Stück. Gezeigt wird „Die Bettleroper“ von John Gay, auf der auch Bertolt Brechts bekannte „Dreigroschenoper“ aufbaut. „Es ist immer schwierig, etwas zu Ernstes umzusetzen und bei dem Stück können sich die Leute bewegen, singen und Spaß haben“, berichtet Janny Fuchs.

Schon während der Probe merkt man, dass hier eine eingeschworene Gruppe entstanden ist. Bei Texthängern wird sich gegenseitig geholfen, man lacht und merkt, dass der Spaß klar im Vordergrund steht. Und auch danach sitzen Jung und Alt zusammen und werten den Durchlauf aus. Das bestätigt auch Almut Holmer: „Man respektiert sich und hat kreative Ideen.“
Die 23-jährige Erzieherin hat bei einer Aufführung des Theaters am Ring Lust bekommen, selbst auf der Bühne zu stehen. „Für die Jugendclubs war ich aber einfach etwas zu alt“, berichtet sie lächelnd. Gemeinsam mit Jenny Kretschmann und Julia Haugg gehört sie aber noch zu den jüngeren Darstellern im Mehrgenerationenprojekt.
„Ich habe mit 40 eine lange Liste gemacht mit Dingen, die ich in meinem Leben noch machen muss. Und Theater war der letzte Punkt, der noch fehlte“, erzählt Roswitha Radde. Die Boutiquebesitzerin freut sich, wie alle anderen Teilnehmer auch, schon sehr auf die Premiere.
„Bisher sind nur zwei Termine fest geplant, aber es liegen schon lose Pläne für Gastspiele vor. Und auch mit dem Mehrgenerationenprojekt wird es definitiv weitergehen“, ist sich Theaterpädagogin Swantje Nölke sicher.
Am morgigen Donnerstag findet um 20:00 Uhr die Premiere im Theater im Stadthafen statt, die zweite Vorstellung gibt es dann erst am 19. Februar. Wer also noch nichts vorhat, sollte schon morgen unbedingt hingehen und sich die spannende Geschichte von dem Gauner Macheath, der von den Frauen geliebt und von der Obrigkeit gejagt wird, auf unterhaltsame Weise erzählen lassen.
Weitere Impressionen von der Probe:

Elke Krüger, Jenny Kretschmann, Almut Holmer und Julia Haugg 
Almut Holmer, Mihaela Caciu, Detlev Bonnekoh und Roswitha Radde 
Gesang vor der Schattenwand 
Das Ehepaar Peachum 
„Die Bettleroper“ in einer Rostocker Version im Theater im Stadthafen