Es gibt ein Leben nach dem Tod, zumindest beim „Totentanz“ des Theaterjugendclubs „Spieltrieb“ des Volkstheaters. Denn wo Romeo und Julia mit dem Ableben der Protagonisten aufhört, beginnt das Stück der Rostocker Jugendlichen erst. Fast ein Jahr haben die Jungen und Mädchen zwischen 15 und 21 Jahren auf den großen Moment hingearbeitet und heute war es endlich soweit. Also nicht der Tod, sondern die Premiere ihres Stückes im Theater im Stadthafen.
Alles begann mit einem Schrei, wie im echten Leben. Und auch danach ging es mit typischen Themen weiter: Liebe, Freundschaft, Familie, Streit. Also alles wie immer beim Theaterjugendclub?

Und so eskaliert nach wenigen Minuten ein Streit, eine Frau läuft vor ein Auto, ein Anschlag tötet mehrere Menschen und ein Soldat hängt sich auf. Der Bühnentod bringt die Antwort auf die Frage mit, was einen nach dem Ableben erwartet. Michael Jackson? Der Himmel? 40 Jungfrauen? Nein, denn in der Zwischenwelt warten die anderen vergangenen Seelen. Ihre Aufgabe ist es, anhand einer Liste, Menschen ins Jenseits zu befördern. So entsteht ein ewiger Kreislauf, der jedoch nicht frei von Problemen ist.

Auch sonst war der Abend durchweg gelungen. So wurde auf große Kulissen und ausgefallene Kostüme verzichtet und lieber mit kleinen Ideen gearbeitet, die dafür eine große Wirkung hatten. Tote Figuren bekamen mit schwarzer Farbe ein Mal, wodurch der Wechsel in die andere Welt gezeigt wurde. Eine besonders ausgefallene Idee fand ich, die Schauspieler als lebende Kulissen einzusetzen. Im Vordergrund der Bühne lag eine Schauspielerin auf dem Boden und durch die Bewegungen und Geräusche der anderen im Hintergrund wurde klar, dass wir uns gerade in einem Krankenhaus befinden.


Den nächsten Bühnentod stirbt der Theaterjugendclub am 26. Mai im Theater im Stadthafen. Außerdem können sich interessierte Jugendliche auch schon für die nächste Spielzeit des Jugendclubs bewerben, schließlich gibt es ein Leben nach dem Tod.
Fotos 1-3: Dorit Gätjen, Volkstheater Rostock