
Begonnen hatte dieser Streik bereits am 17.11.2009, als der AStA alle Studierenden der Rostocker Uni zu einer Diskussion im Audimax aufforderte. Dank der guten Kooperation konnte dieses Diskussionsforum auch auf den Bildungskeller ausgeweitet werden und gipfelte nun in einer groß angelegten Demonstration.
Treffpunkt war gegen 14 Uhr die Nordseite des Hauptbahnhofs. Viele Studenten verzichteten wegen des Protestes auf ihre Vorlesungen, einige hatten eigens für die Demo aufwändig große Banner bemalt, die nun über den Köpfen der Demonstranten schwebten.
Etwa eine halbe Stunde später setzte sich der Zug in Bewegung, angeführt und abgeschlossen von einem gewaltigen Polizeiaufgebot, wie man es sonst nur von Fußballspielen kennt. Vom Hauptbahnhof über die Innenstadt und den Doberaner Platz sollte es zum Universitätsgelände Ulmenstraße gehen, wo um 16 Uhr die Abschlusskundgebung geplant war.
Protestiert wurde vor allem gegen Studiengebühren, Elternabhängigkeit vom BAföG und für eine Änderung des Bachelor- und Master-Studiums. Nach dem Turbo-Abi auch noch das Turbo-Studium? Das kann nun wirklich nicht im Sinne der Schüler und Studenten sein.
In möglichst kurzer Zeit soll man ein straffes Pflichtprogramm an der Uni durchlaufen, um dann schnellstmöglich gewinnbringend in die Wirtschaft entlassen zu werden. Dabei bleibt für den Einzelnen kaum Zeit für Freizeitaktivitäten oder Nebenjobs, die ohne BAföG oder Unterstützung der Eltern aber wiederum unerlässlich sind.

Endlich ging es weiter. Am Neuen Markt vorbei, wo die Anzeigetafeln der Straßenbahn auf eine ständige Umleitung wegen der Demo hinwiesen. Vorbei an den Ständen des Weihnachtsmarktes und seinen leckeren Düften, hin zum Doberaner Platz.

Hoffnung besteht. Haben sich die Kultusminister doch gestern Abend darauf verständigt, das Bachelor-System zu reformieren. Eine geringere Stoff- und Prüfungsdichte, flexiblere Studienzeiten sowie ein vereinfachter Wechsel zu anderen Universitäten dürften die wichtigsten Forderungen erfüllen.