„Der Mond hatte sich endlich von den Dächern gelöst und stand hoch im Blau – ein Glänzen und ein Flimmern und ein Leuchten durch den ganzen Himmel begann, durch alle Wolken schoss Silber, von allen Blechdächern rannen breite Ströme desselben nieder, und an die Blitzableiter, Dachspitzen und Turmkreuze waren Funken geschleudert.“ Mit diesen Worten beschreibt Adalbert Stifter in seinem Gedicht „der Kondor“ den Blick von Bord eines Ballons auf die Dächer einer Stadt bei Nacht.


Die dargestellten Motive reichen von Stadtansichten Mecklenburg-Vorpommerns, so von Wismar oder Rostock, über Stadthäuser und Tempel Japans bis hin zu den „Figurenlandschaften“ der Reihe „Signs of the time – Eden? 1 – 9“. Eine Besonderheit stellen die ausgestellten Kupfer- und Zinkplatten dar, von denen für gewöhnlich die Drucke erstellt werden. In dieser Ausstellung wurden sie auf Sockeln stehend zu Türmen zusammengestellt, wodurch sie eine ganz neue künstlerische Aussage bekommen.


Die Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns spielt auch eine zentrale Rolle in ihren Arbeiten, wobei sie dünn besiedelte, ländliche Gegenden urbanen Ballungsräumen gegenüberstellt.
„Ich freue mich“, äußerte sich Britta Matthies zur Ausstellungseröffnung. Insbesondere lobte sie dabei das ehrenamtliche Engagement des Kunstvereins: „Wenn wir die Kunstvereine und ihre engagierten Mitarbeiter nicht hätten, würde es diese Ausstellung nicht geben.“

Wer also einmal einen etwas anderen Blick auf Rostock, Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus bekommen möchte, der sollte in nächster Zeit der Galerie am Alten Markt einen Besuch abstatten. Noch bis zum 21. August werden die Werke von Britta Matthies dort ausgestellt sein.
Auch ein Künstlergespräch wird es natürlich geben. Dieses findet am 30. Juli um 19:30 Uhr statt – die „Die Farbe in der Grafik“ lautet das Motto. Darüber hinaus veranstaltet Horst Matthies, der Mann von Britta Matthies, einen kulinarisch-literarischen Abend am 20. August. Eine Voranmeldung wird empfohlen.