„Ein Brunnen darf einen spielerischen Aspekt haben, er darf auch grotesk und bissig sein“, stellt Bildhauer Wolfgang Friedrich klar, als er dem Ortsbeirat Warnemünde seinen Entwurf für einen Brunnen auf dem Kirchenplatz präsentiert.
Etwas grotesk mutet der Entwurf tatsächlich an: Ein großer Dorsch in der Mitte, ringsum am Brunnenrand kleine Menschen. Ein wenig erinnert die Darstellung an „Gullivers Reisen“ erläutert Friedrich, für den sich darin auch die gesellschaftliche Situation widerspiegelt - immer mehr, immer größer, kein Verzicht.
2,10 Meter hoch soll das Kunstwerk insgesamt werden, die Brunnenschale mit einen Durchmesser von 145 Zentimetern wäre 1,10 Meter hoch. Sieben oder acht Figuren hätten auf ihrem Rand Platz, jede etwa 20 Zentimeter groß. Die einzelnen Motive könnten sich auf Themen der Warnemünder Geschichte beziehen – welche genau, soll eine Arbeitsgruppe interessierter Einwohner klären.

Im gezeigten Modell hat Wolfgang Friedrich zusätzlich einen Trinkbrunnen integriert. Aus dem Maul eines Knurrhahns würde Wasser zum Trinken fließen. Ein innerer Ring, in den das Wasser an der Säule herabrinnt, soll Kindern das Erleben des Brunnens aus der Nähe ermöglichen.
Ein Trinkbrunnen würde durch die Hygienevorschriften natürlich höhere Kosten verursachen, aber erstmal solle man über das Thema diskutieren und nicht fragen: Was kostet das? „Es kostet natürlich etwas“, so Friedrich.
„Natürlich spielen die Kosten eine Rolle“, gibt der Ortsbeiratsvorsitzende Alexander Prechtel zu bedenken, schließlich soll der Brunnen komplett privat durch Spenden finanziert werden. Daher sollen jetzt verschiedene Varianten betrachtet werden, um einzuschätzen, was realistisch ist.
Doch, „es wäre ein Traum“, so Prechtel, „wenn wir in Warnemünde vor der Kirche einen Brunnen hätten.“ Die Stadt hat immerhin schon ihre Einwilligung gegeben, dass dieser dort errichtet werden darf und auch die notwendigen Anschlüsse wurden bei der Sanierung des Kirchenplatzes bereits berücksichtigt.