Ein Bücherturm so hoch wie St. Petri

Universität, Stadtbibliothek und Literaturhaus starten Leseförderprojekt für Grundschüler

19. Oktober 2017, von
Auftaktveranstaltung zum Leseförderprojekt Bücherturm in der Petrikirche Rostock
Auftaktveranstaltung zum Leseförderprojekt Bücherturm in der Petrikirche Rostock

Nicht weniger als die Größe des höchsten Rostocker Kirchturmes soll der Bücherturm erreichen, den Kinder in diesem Schuljahr aus ihren gelesenen Büchern stapeln wollen. 33 Klassen aus zehn Schulen machen mit, verkündete Initiatorin Susanne Tanejew heute zur Auftaktveranstaltung des Leseförderprojektes „Bücherturm Rostock“ in der Petrikirche. Mit 117 Metern hat das sakrale Gebäude den höchsten Turm der Rostocker Kirchen, der schon seit vielen Jahrhunderten das Stadtbild prägt. Die Kinder konnten sich also gleich vor Ort ein Bild davon machen, was hinter so einer ambitionierten Zahl steckt.

Nun heißt es also lesen, lesen, lesen und messen. Dafür erhielten die Grundschüler als Startgeschenk ein Lesezeichen mit einem Lineal, um die Dicke der Buchrücken zu bestimmen. Diese Zahlen werden addiert und so soll sich nach und nach bis zum nächsten Sommer der imaginierte Bücherturm der Spitze des Petriturms nähern. Damit die Puste zwischendurch nicht ausgeht, gibt es monatliche Preise wie ganze Klassensätze spannender Kinderliteratur zu gewinnen, die die Leselust anregen. Zwischendurch sorgen studentische Lesepaten für Nachschub, starten Leseaktionen und überprüfen, ob auch wirklich gelesen wurde, erläutert Susanne Tanejew vom Bereich Grundschulpädagogik der Universität, die mit ihrer Seminargruppe das Projekt begleitet.

Petriturm in Rostock
Petriturm in Rostock

Auch die Stadtbibliothek und das Literaturhaus unterstützen das Projekt zur Leseförderung, indem sie neben dem Führen der Leselisten mit Bücherkisten für genügend Lesefutter sorgen, erklärt Juliane Foth, die im Literaturhaus das Kinder- und Jugendliteraturprogramm leitet. Es darf alles, was gedruckt und gebunden wurde, gelesen werden: Comics und Sachbücher genauso wie Bilderbücher, Pferdegeschichten oder Fantasy-Romane. Lego-Kataloge und Cornflakes-Packungen zählen hingegen nicht, schränken die Organisatoren ein.

Nach Stralsund, wo Bundeskanzlerin Angela Merkel die Auftaktveranstaltung im September besuchte, und Greifswald ist Rostock die dritte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern, die an der Aktion Bücherturm teilnimmt. Ausgedacht hat sie sich die Hamburger Kinderbuchautorin Ursel Scheffler, nachdem sie vom schlechten Abschneiden ihrer Heimatstadt bei der berühmten PISA-Studie hörte. In Anlehnung an den schiefen Turm von Pisa geht auf sie nicht nur das Ziel einen Bücherturm zu erlesen, sondern auch die Maßeinheit eines Turmbausteins (ein Pisa = 10 cm) zurück. Je nachdem, wie dick oder dünn das Buch ist, müssen die rund 660 Kinder für den Rostocker Bücherturm damit fast 10.000 Bücher lesen.

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