Campus of Excellence zu Gast an der Universität Rostock
Zukunft MINT – von Eisstielen, Robben und Fußball spielenden Robotern
31. Juli 2010, von Stefanie
„Willkommen am Institut für fahrende Eisstiele“, mit diesen Worten begrüßte Birgit Krumpholz vom Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik (IMD) ihre Gäste an der Universität Rostock. Es handelte sich dabei um eine Gruppe von Schülern, die einen Einblick in das Studium der MINT-Fächer bekommen wollten. MINT ist hierbei bitte nicht mit der Farbe der Minze zu verwechseln, sondern steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik.

In diesen Fachgebieten werden dringend Nachwuchskräfte gesucht. Deshalb hat es sich der „Campus of Excellence“ zur Aufgabe gemacht, Schülern eine naturwissenschaftlich-technische Ausbildung schmackhaft zu machen.
Campus of Excellence ist eine bundesweite Initiative von über 80 Wirtschaftsunternehmen, Institutionen, Verbänden, Hochschulen und Schulen, die 2005 im bayerischen Hof gegründet wurde. Ziel ist es, bereits frühzeitig Kontakte zwischen begabten Schülern, Hochschulen und der Wirtschaft zu knüpfen.
Auch alle Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern sind als Partner in der Initiative vertreten. In dieser Woche luden sie 60 Schüler aus Deutschland, Polen und Ungarn ein, um einen Blick in die Studienmöglichkeiten der MINT-Fächer in unserem Bundesland zu werfen. Am Freitag waren sie schließlich in der Universität Rostock zu Gast.

Eine Gruppe hatte sich vorgenommen, das Institut für Angewandte Mikroelektronik und Datentechnik unter die Lupe zu nehmen. Was man hier wohl lernen kann? Na, was man mit Eisstielen so alles machen kann. Nimmt man einen Luftballon, einen Inlineskater und andere kleine Dinge hinzu, kann man daraus schon einen kleinen Computer bauen, erklärte Birgit Krumpholz und gab umfassend über Inhalte, Voraussetzungen und Berufschancen eines Informatik- und Elektrotechnikstudiums an der Universität Rostock Auskunft.

Großes Interesse bei den vielleicht zukünftigen Nachwuchs-Ingenieuren weckte die RoboCup-Demonstration. Christian Fabian, Promotionsstudent und Leiter des Rostocker RoboCup-Teams „Cool RUNners“, erklärte die Funktionsweise der fußballspielenden Roboter und zeigte natürlich auch, was sie so drauf haben.
Wer sich schon mal gefragt hat, warum sein Handy so viel Strom frisst und wie man Energie sparen kann, der konnte beim anschließenden Vortrag von Jakob Salzmann über „Green IT“ Antworten finden. Nach einer Pause probierten sich die Schüler dann beim Programmieren oder Löten eines LED-Männchens aus.
Eine andere Gruppe nutzte den Tag in Rostock, um dem Leibniz-Institut für Ostseeforschung (IOW) einen Besuch abzustatten. Hier ging es um das Thema „Ozeane und ihre Bedeutung für das Treibhausgas Kohlendioxid“. Nach einem einführenden Vortrag und einer Diskussion über zukünftige Klima-Szenarien führten die Schüler Experimente zur Kohlendioxid-Speicherkapazität der Ozeane durch.

Der Höhepunkt war für viele aber die Besichtigung des Marine Science Centers, der universitären Robbenforschungsstation im Yachthafen Hohe Düne. Vor allem für Janna Straßburger von der Deutschen Schule in Budapest war es ein besonderes Erlebnis, die Seehunde Malte und Nick zu streicheln.
Die Sechzehnjährige weiß eigentlich schon genau, dass sie einmal Meeresbiologie studieren will. Sie nutzte deshalb auch gleich die Gelegenheit von der Biologin Meike Kilian nicht nur Wissenswertes über Seehunde im Allgemeinen zu erfahren, sondern auch über die speziellen Arbeitsfelder in der Robbenforschungsstation.

Auch für Jannes Seemann ist nach dieser Woche klarer, welchen beruflichen Weg er später einmal einschlagen möchte. „Es wird in Richtung Informatik gehen“, erklärt er nach seinen ersten Eindrücken vom Institut für angewandte Mikroelektronik und Datentechnik. Für ihn waren die Vorträge „ausgesprochen interessant“.
„Viel Programm und nette Leute – was will man mehr“, resümiert er die gesamte Woche. Besonders wichtig waren ihm die Einblicke in die Universitäten und die Einführung in die Business Etikette. Der sechzehnjährige Schüler schätzt abschließend ein, dass er durch diese Erfahrungen mehr Sicherheit bei Bewerbungen gewonnen hat.