Campuserwachen 2012 an der Universität Rostock
Zum Sommersemester 2012 ließen rund 3000 Gäste bei ausgelassener Stimmung den Campus der Uni Rostock in der Ulmenstraße erwachen
24. April 2012, von Andre
So ein Studentenleben ist schon hart. Man muss früh aufstehen, aufmerksam sein, viel lesen, meistens noch mehr schreiben und das Ganze zur Prüfung dann auf den Punkt wieder reproduzieren können. Aber natürlich hat ein Studium auch viele schöne Momente. So zum Beispiel, wenn man bei gutem Wetter mit seinen Kommilitonen ausgelassen feiern und tanzen kann. Genau das taten gestern wieder ungefähr 3000 Menschen beim Campuserwachen der 26. Rostocker Kulturwoche in der Ulmenstraße.

Die Veranstaltung war natürlich auch für außeruniversitäres Publikum geöffnet, aber einen Großteil des Publikums bildeten Studenten. Bei insgesamt ungefähr 15000 Studenten an der Universität Rostock ist das schon eine gewaltige Menge. Wer weiß, wie es gelaufen wäre, wenn die bedrohlich dunklen Regenwolken nicht am Campus vorbeigezogen wären. Doch pünktlich mit dem Auftritt vom ersten Künstler „If Manda Leaves“ klärte sich der Himmel auf und einem perfekten Abend stand nichts mehr im Weg.
Nicht nur von außen war es angenehm mild. Bei den wunderschönen Liedern des Berliner Künstlers musste es einem einfach warm ums Herz werden. Leider kamen die meisten Besucher erst im Laufe des Abends und verpassten so einen wirklich tollen Singer-Songwriter, der das diesjährige Campuserwachen würdig eröffnete.

Beim zweiten Act des Abends hat sich die Anzahl der Bühnenmusiker verdoppelt. Bei „The Hoodoo Two“ aus Rostock durfte das erste Mal an diesem Abend getanzt werden. Musikalisch trifft bei der Band ein Schlagzeug auf eine Gitarre und Blues auf Rockabilly. Während ihres Auftrittes füllte sich der Platz vor der Bühne auch immer mehr und mit den ersten konsumierten Bieren stieg auch die Stimmung noch weiter.

Es folgten „Polly Pop“ aus Berlin mit drei Bandmitgliedern. Besonders Schlagzeugerin Polly glänzte buchstäblich in einem roten Paillettenkleid. Auch für das Ohr war einiges geboten, nämlich selbst ernannter „Prosecco Pop“. Den Rostockern gefiel es gut, wie Sänger David bemerkte: „Wir machen so traurige Musik, aber es sind nur strahlende Gesichter da.“ Auf ihrer Internetseite kann man die Band für 300 Euro zu einem ganz besonderen Konzert zu sich nach Hause einladen, inklusive einer Flasche Prosecco.
Zum musikalischen Abschluss des Abends wurde es international. „The Kabeedies“ aus Großbritannien rundeten das Festival musikalisch perfekt ab. Die Briten sagten: „Wir machen die Musik, zu der wir selbst auch tanzen würden.“ Und Sängerin Roary machte in ihrem wirbelndem schwarzem Kleid vor, wie das geht. Sie tanzte herum wie ein Springfloh, sodass man einfach richtige gute Laune bekommen musste.

Besonders gute Laune hatte an dem Abend Rick. Der Student gewann nämlich bei einer ganz besonderen Aktion. Ein Rostocker Autohaus stellte die Frage, wie viele Menschen in eine alte Ente reinpassen. Ganze 14 Rostocker und Rostockerinnen quetschten sich vor der Bühne in das kleine Auto. Das tippte auch Rick und hatte dann auch noch das Glück, als Gewinner für den Reisegutschein im Wert von 150 Euro gezogen zu werden.

Der Lehramtsstudent in den Bereichen Mathe und Geschichte tippte nicht ins Blaue hinein, sondern rechnete gemeinsam mit einem Kommilitonen lange an der Aufgabe herum. „Wir haben im Internet geschaut, dass der Weltrekord in einem Mini bei 25 liegt. Das waren aber schlanke Tänzerinnen und keine Studenten. So sind wir auf 14 gekommen.“ Der 20-Jährige war sehr überrascht, war er doch eigentlich nur gekommen, um einen schönen Abend mit seinen Freunden zu verbringen.

Auch Benni und Hans zog es spontan zum Ulmencampus. Beide studieren im sechsten Semester Medizin und sind nach ihrem Physikum, also den ersten zwei Studienjahren, nach Rostock gekommen. „Im ersten Semester hier war ich noch etwas unzufrieden, inzwischen passt es aber“, resümiert Hans die bisherige Studienzeit in der Hansestadt. Benni findet es wichtig, neben dem Studium auch mal zu entspannen: „Man muss sich seine Zeit auch einfach mal schön machen.“ Zur After-Show-Party in den Stadtpalast wollten beide aber nicht mehr, da das Studentenleben heute wieder mit einer Klausur auf sie wartete.
Das Campuserwachen war also wie im letzten Jahr wieder ein voller Erfolg für alle Beteiligten und schon jetzt eines der Highlights der 26. Kulturwoche. Ein weiterer Höhepunkt ist am Donnerstag die Lesung von Sarah Kuttner im Audimax. Aber auch die anderen Veranstaltungen lohnen sich wie immer.