Ein Chapeau Claque ist ein Zylinder, den Magier klassischerweise dafür benutzen, um weiße Kaninchen oder Blumensträuße daraus hervorzuzaubern. Chapeau Claque ist aber auch der Name einer jungen Band aus Erfurt, die am Donnerstag im MAU konzertierte. Einen Strauß lieblicher Songs zauberten auch sie, Maria Antonia Schmidt und ihre vier Musiker, auf die Bühne.
Umfasst von einer seidenen Elektro-Pop-Schleife enthielt dieser einen musikalischen Mix von chilligen und melancholischen Liedern bis zu sehr tanzbaren Nummern wie dem funkigen „Zum Tanz“.

Zum Tanzen, oder eher zum Schweben, war auch gleich einer der ersten Titel „Unsere Liebe - ein Storch“, in dem die Sängerin auf einem Bein stehend und mit den Armen schwingend wie ein Vogel abzuheben schien. Eine Pose, die sie im Laufe des Konzerts noch öfter einnehmen sollte. Sie passt schließlich zu den zumeist sommerluftig-leichten Melodien der Band, die Maria Antonia Schmidt mit ihrer klaren und sanften Stimme vortrug. Beeindruckend, wie sie es verstand, diese von zuckersüß und flauschig bis eindringlich und leidenschaftlich je nach Stimmung im Song zu modulieren.

Unüberhörbar hingegen hatte sich die Sängerin bei den Lyrics ihrer Songs bemüht, die vor allem auf Deutsch aber auch auf Englisch verfasst wurden. Bildgewaltig und nachdenklich setzt sich die Band darin mit dem Hier und Jetzt auseinander. Ja klar, Liebe spielt natürlich eine wichtige Rolle - wäre ja auch enttäuschend, wenn nicht - aber auch aufmerksame Beobachtungen aus dem uns umgebenden Mikro- und Makrokosmos spiegeln sich wider. Wie der Klimawandeltitel „25 Grad im November“ vom Vorgänger-Album „Fabelweiss“. Davon gab es übrigens auch noch das aufgeregte „Rot“ und das sehr gefühlvolle „Last Dance“ zuhören.

Als letztes Lied des Rostocker Konzerts spielte Chapeau Claque „Froschtod“. Dabei musste dann schließlich auch das Publikum noch einmal deutlichen Einsatz zeigen. Mit der hymnischen Zeile „Dass wir uns im Himmel wiedersehen“ bildete es darüber hinaus einen passenden Abschluss für den Abend im MAU-Club.