Cityvögtin soll in Stadtmitte für Ordnung sorgen

Rostock verstärkt den Kommunalen Ordnungsdienst zwischen Kröpi und östlicher Altstadt

7. Mai 2019, von
Anita Hemp ist als Cityvogt in Rostocks Innenstadt unterwegs
Anita Hemp ist als Cityvogt in Rostocks Innenstadt unterwegs

Nach Strand- und Hafenvogt gibt es nun auch eine Cityvögtin. Seit Donnerstag verstärkt Anita Hemp den Kommunalen Ordnungsdienst. „Ich freue mich auf vielseitige und herausfordernde Aufgaben“, sagt die 34-Jährige, die zuvor beim Brandschutz- und Rettungsamt tätig war. Täglich soll sie nun in der Innenstadt Präsenz zeigen und Ansprechpartner für Bürger, Gäste und Gewerbetreibende bei ordnungs- und sicherheitsrelevanten Themen sein. „Die City ist nunmal ein Hotspot. Wir wollen versuchen mit der Cityvögtin diesen Bereich zu befrieden und Probleme erst gar nicht entstehen zu lassen. In der Vergangenheit gab es ja einige Herausforderungen“, erklärt Andreas Bechmann, Leiter der Gewerbeabteilung und des Kommunalen Ordnungsdienstes. Straßenmusiker, Unruhe verbreitende und Einkaufscenter einnehmende Jugendgruppen oder Fahrzeuge, die außerhalb der Lieferzeiten die Fußgängerzone befahren, hatten für Unmut gesorgt. Mit einem Dialog auf Augenhöhe soll die neue Mitarbeiterin der Ordnungsbehörde diese Konflikte lösen und zum beiderseitigen Verständnis beitragen.

„Es ist viel besser, dass jemand da ist, der in solchen Fällen explizit zuständig ist und wirklich selbst nach dem Rechten sieht“, freut sich Dr. Peter Magdanz vom Citykreis, der in solchen Fällen oft angesprochen wird und weitervermittelt. Er hofft, dass er sich zukünftig weniger über die Infostände am Kröpeliner Tor ärgern muss. Das Ausschwärmen der Promoter über die ganze Straßenbreite, um Passanten anzusprechen, störe diese in die Stadt zu kommen. Auch wenn es für einen guten Zweck sei, sei es mit aggressivem Betteln vergleichbar, sagt Magdanz, der das Treiben oft beobachte.

Auch Kröpeliner-Tor-Center-Manager Klaus Banner ist erleichtert über den direkten Ansprechpartner. In den letzten Jahren war das Einkaufscenter am Ende der Kröpeliner Straße mehrmals von großen Gruppen Jugendlicher heimgesucht worden, die das Shoppingerlebnis der Kunden erheblich störten. Die Zusammenarbeit mit Polizei, Behörden und Streetworker hätte die Situation im Einkaufscenter zwar spürbar verbessert. Damit es so entspannt bleibt, wünscht sich Banner eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Cityvögtin.

Die Situation habe sich auch deshalb verändert, weil man sie Ernst genommen hat, unterstreicht Andreas Herzog. Nach diesen Ereignissen sei die Idee für einen Cityvogt aus dem Ortsbeirat heraus entstanden, erzählt dessen Vorsitzender. Wie beim Hafenvogt soll er die Leute nicht vertreiben, sondern darauf achten, dass die Ordnung gewahrt bleibt, so sein Wunsch. „Wir freuen uns, dass es nun geklappt hat. Es war ein Wunsch der Bevölkerung.“ Anita Hemp kündigt an, dass sie als Cityvögtin auch an den Sitzungen des Ortsbeirates teilnehmen wird.

Der Cityvogt ist ein weiterer Mitarbeiter im Kommunalen Ordnungsdienst. Bisher waren zehn Vollzugsbeamte im gesamten Stadtgebiet von Diedrichshagen bis Markgrafenheide unterwegs um die Einhaltung von Recht und Ordnung in den Blick zu nehmen.

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