Cloudsters in Rostock

Veronika Schubring stellt neues Co-Working-Modell beim MVpreneur Day vor

11. Juni 2013, von
Veronika Schubring will Cloudsters in Rostock etablieren
Veronika Schubring will Cloudsters in Rostock etablieren

Wäre die Georg Büchner auch untergegangen, wenn sich alle, die ein Interesse an dem Schiff haben, einmal zusammengesetzt und gemeinsam überlegt hätten, wie es mit dem alten Herbergsschiff weitergehen könnte? Also Eigner, Denkmalschutzbehörden, Politiker, Rostocker, Belgier, Schrotthändler und Geschäftsleute. Veronika Schubring ist überzeugt, dass der Fall auch anders hätte laufen können: „Ich glaube, wenn man Leute zu einem Problem zusammenbringt, kommt immer eine konstruktive Lösung dabei heraus. Wenn man einen offenen Prozess initiiert, ließen sich schon Ressourcen bündeln.“

Doch solche Orte, an denen Politiker, Unternehmer und Bürger sich intensiv austauschen, gibt es viel zu wenig. Die 26-jährige Community-Beraterin will so einen in Rostock etablieren. Cloudsters heißt die neue Organisationsform, die sich in Deutschland von Lübeck aus in andere Städte ausbreitet. „Dahinter verbirgt sich eine neue Form von gesellschaftlicher Verantwortung für Unternehmen. Es ist ein Kreativhaus, ein Ort in der Mitte der Gesellschaft, der allen Akteuren offen steht“, erklärt die studierte Betriebswirtschafterin, die sich auf Public Policy spezialisiert hat.

Ihr Ziel: Die Wirtschaft müsse wieder mehr auf das Wohl der Gemeinschaft und nicht auf einzelne Shareholder ausgerichtet sein, nur so lassen sich die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft wie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Gesundheitsversorgung oder Mobilität lösen. Mit Schlagwörtern wie Shared value, social responsiblity, Co-Working oder puplic-private-partnership umreißt sie die Idee von Cloudsters. Als Vorbild zieht sie ein Beispiel aus einer skandinavischen Gemeinde heran, die gemeinsam mit einem Supermarktbetreiber beschloss, die öffentliche Bibliothek unter dem Dach des Einkaufsmarktes unterzubringen, um so benutzerfreundliche Öffnungszeiten zu ermöglichen. „Das ist eine skurrile Idee, die nur in so einem Raum möglich ist“, meint Veronika Schubring.

Das Innovationszentrum, das sie in Rostock entwickeln will, soll sowohl ein physischer als auch virtueller Raum sein. Räumlichkeiten, in denen Projekttreffen stattfinden, individuelle, auch temporär nutzbare Arbeitsplätze zur Verfügung stehen oder Workshops angeboten werden, werden noch gesucht. Zunächst steht jedoch der Aufbau einer Gemeinschaft – auf Internet-Deutsch: Community – im Vordergrund, die auch in das Land Mecklenburg-Vorpommern hinausstrahlt und so Synergien, neue Impulse und Perspektivenwechsel mit Menschen aus unterschiedlichen beruflichen und gesellschaftlichen Bereichen ermöglicht.

Ein Startschuss, aka Kick-off, fällt am 12. Juni auf dem MVpreneur Day. Hier finden sich auf dem Uni-Campus in der Ulmenstraße Studenten, Forscher, Unternehmer, Investoren, Start-ups und kreative Querdenker aus dem ganzen Land zusammen, um sich bei Workshops, Vorträgen und informellen Gesprächen zu aktuellen Themen und Trends auszutauschen und Kontakte zu schmieden.

Infos zum MVpreneur Day

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