Cycling for libraries - Radtour macht Station in Rostock
100 Bibliothekare aus 14 Ländern radeln von Kopenhagen nach Berlin
1. Juni 2011, von Eva
Durch den Warnowtunnel sind schon viele Rostocker gefahren – allerdings mit dem Auto. Für die fahrradfahrenden „Bibliothekare in Bewegung“, die heute Nachmittag mit der Fähre aus Gedser ankamen, wurde ausnahmsweise eine der beiden Tunnelröhren für wenige Minuten komplett gesperrt.
Mit der Aktion „Cycling for libraries“ wollen die Bibliothekare auf ihre wichtige Arbeit als „Wissensverwalter“ aufmerksam machen. Ihr Ziel ist die Konferenz zum 100. Deutschen Bibliothekartag vom 7. bis 10. Juni in Berlin. Wenn sie dort ankommen, haben sie seit Beginn ihrer Tour am 28. Mai ungefähr 650 Kilometer zurückgelegt. Rostock ist dabei in vieler Hinsicht eine wichtige Etappe. Etwa als erste Stadt auf deutschem Boden oder auch als ungefährer Mittelpunkt der Gesamtstrecke.

Die Stimmung ist ausgelassen, von allen Seiten hört man Fahrradklingeln und Jubelrufe, vor allem bei der Fahrt durch den Tunnel. Die Teilnehmer hatten auf dem ersten Teil ihrer Reise Gelegenheit, sich kennenzulernen und nennen sich beim Vornamen, der auf den Helmen, Jacken oder Fahrrädern steht.
Ekaterina aus Russland erzählt, dass es bereits einige platte Reifen und sonstige Pannen auf der Tour gab und eine Person sogar vom Fahrrad fiel. „Gut, dass viele Helfer dabei sind, die in solchen Situationen reagieren können.“ Die russische Bibliothekarin freut sich besonders über den regen Austausch, der in der Gruppe herrscht. „Obwohl wir alle den gleichen Beruf haben, gibt es große Unterschiede und es ist interessant zu erfahren, wie die anderen so arbeiten“, sagt die 28-Jährige.

Die 52-jährige Pamela ist wohl am weitesten gereist, um an diesem Event teilzunehmen. Sie ist Bibliothekarin in Australien. „So etwas kann man nur einmal im Leben erleben. Und da ich sehr gerne reise und neue Leute kennenlerne, war für mich sofort klar, dass ich dabei sein muss.“ Besonders gefielen ihr die bereits besichtigten Bibliotheken in Dänemark. Nun ist sie gespannt, was Deutschland in diesem Bereich zu bieten hat.
Das Wetter scheint ganz auf der Seite der Fahrradfahrer zu sein. Das war auf der bisherigen Reise jedoch nicht immer so, wie Satu aus Finnland erzählt. „Am 1. Tag hat es nur geregnet, fünf Stunden lang. Wir waren alle vollkommen durchnässt.“

Bei der Frage danach, was die Teilnehmer sich von der weiteren Wegstrecke erhoffen, spielte das Wetter allerdings keine große Rolle. Viel wichtiger scheinen der Austausch mit den Kollegen und die Erfahrungen zu sein, die sie auf ihrer Reise machen und die sie mit zurück in ihre Bibliotheken nehmen können.
Nach einer offiziellen Verabschiedung vor dem Universitätshauptgebäude setzen die Teilnehmer der Aktion „Cycling for libraries“ morgen ihre Fahrt fort. Schließlich warten noch gut 300 Kilometer auf sie. Güstrow, Waren und Fürstenberg sind ihre nächsten Ziele.