
Wie das Altbekannte trotzdem neuen Wind bekommen kann und sogar für die Jugend interessant wird, zeigte heute Vormittag das Rostocker Volkstheater mit seinem Klassenzimmerstück „Das ist Esther“.
Aus Sicht der erfundenen Enkelin Mary Ann (gespielt von Caroline Erdmann) wird das Leben von Esther Bauer nacherzählt, die tatsächlich einst in Hamburg geboren wurde und sich als wohl einzige Jüdin freiwillig für die Deportation nach Auschwitz gemeldet hat.

Um dieses Wissen auch noch nach ihrem eventuellen Ableben der Nachwelt nahe bringen zu können, hat die Autorin Christiane Richers sie ein Jahr lang begleitet und aus ihren Erinnerungen das authentische Theaterstück „Das ist Esther“ für Schulklassen entwickelt.

Die Klasse 8/2 des Erasmus-Gymnasiums in Lütten Klein hat sich als „ganz fantastisches Premierenpublikum“ herausgestellt, wie Dramaturgin Janny Fuchs später sagt. „Sie waren sehr ruhig und aufmerksam.“
Im Nachgespräch mit Schauspielerin und Dramaturgin werden die Jugendlichen angeregt, selbst über die Kindheit und die Kriegserinnerungen der eigenen Großeltern nachzudenken. „Nutzt die Chance und fragt nach, solange ihr es noch könnt.“
Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten im Klassenzimmer weckte das Stück großes Interesse bei den Schülern, die sich vorher schon während einer Projektwoche mit Anne Frank auseinandergesetzt hatten.
„Das ist Esther“ ist für Jugendliche ab 14 Jahren geeignet und dauert samt Nachgespräch etwa einen Unterrichtsblock. Termine können mit Dramaturgin Janny Fuchs (Tel. 0381/381 4724) oder Anne Scheel (Tel. 0381/381 4704) vereinbart werden.
Fotos: VTR