Aufwertung des Diedrichshäger Moors schreitet voran

Im März soll mit der Bodenabtragung im Diedrichshäger Moor begonnen werden, insgesamt sind drei Jahre zur Renaturierung des Biotops vorgesehen

10. Februar 2016, von
Das Diedrichshäger Moor bei Warnemünde
Das Diedrichshäger Moor bei Warnemünde

Die Arbeiten am Diedrichshäger Moor gehen in die heiße Phase und sorgen für Fragen und Bedenken bei Anwohnern und angrenzenden Kleingärtnern. Besonders groß ist die Angst vor einem steigenden Grundwasserspiegel. Knut Bartsch vom Träger des Vorhabens, der Hafen-Entwicklungsgesellschaft Rostock (Hero), versuchte gestern Abend auf der Ortsbeiratssitzung den Argwohn der Warnemünder zu zerstreuen.

„Es ist nicht der Fall, dass man Wasserstände anhebt, sondern Boden abträgt und dem Wasser entgegen geht“, beschreibt Bartsch die geplanten Eingriffe und spricht daher viel lieber von einer „ökologischen Aufwertung“ als von einer „Renaturierung“ des Diedrichshäger Moors. Der vorhandene Moorhorizont, der unter dem abzutragenden Erdreich liegt und noch intakt ist, solle wieder zum Leben erweckt werden. „Alles, was jetzt oben drüber ist, ist tot“, so Bartsch.

Zudem habe die Maßnahme einen 30-Meter-Pufferstreifen zu den umgebenden Entwässerungsgräben, womit die Auswirkung auf die angrenzenden Grundstücke gegen Null gehe. Außer die Gräben laufen über, dann würde es in die Fläche reinlaufen und zu einer „zusätzlichen Entlastung“ führen.

Die Renaturierung/Aufwertung des Diedrichshäger Moors geht in die heiße Phase
Die Renaturierung/Aufwertung des Diedrichshäger Moors geht in die heiße Phase

Für Bedenken sorgte auch die mit etwa acht Metern Breite großzügig dimensionierte „Stichstraße“, die von der Stadtautobahn ins Moor führt. Doch das „ist einfach nur die Baustellenzufahrt zur Fläche“, beruhigt Bartsch. In Abstimmung mit der Verkehrsbehörde sei diese so breit, dass auch größere Fahrzeuge ohne Behinderungen des fließenden Verkehrs gleichzeitig rein- und rausfahren können.

Ab kommender Woche sind Baustelleneinrichtung, Mahd und Einzäunung geplant, bereits ab Mitte März können die ersten Lkw rollen. Bis April sollen 7.000 Kubikmeter Boden abgefahren werden, von Juli bis September sind weitere 30.000 Kubikmeter geplant. Die gleichen Mengen sollen 2017 und 2018 abgetragen werden – insgesamt gut 7.000 Lkw-Ladungen. Zwischengelagert werden sie auf der Fläche links der Zufahrt – „nicht dass sie einen Schreck kriegen“, beruhigt Bartsch. Aufgebracht wird der Boden auf Äcker, für den Hero-Mitarbeiter die „ökologisch sinnvollste Variante“.

Die Arbeiten am Diedrichshäger Moor dienen der Hero als gesetzlich vorgeschriebene Ausgleichsmaßnahme für Natureingriffe bei zukünftigen Ausbauvorhaben im Rostocker Seehafen. Es sollen Rückzugsräume für Pflanzen und Tiere geschaffen und durch die Insel-Senken-Struktur die Wasserrückhaltung verbessert werden.

Nicht alle stehen dem Vorhaben positiv gegenüber. So stellt etwa der Naturschutzbund (Nabu) Mittleres Mecklenburg die naturschutzfachliche Sinnhaftigkeit grundsätzlich in Frage und kritisiert, dass der Einsatz der finanziellen Mittel bei diesem Großprojekt in keinem Verhältnis zum ökologischen Nutzen stehe.

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