16. Internationaler DLRG-Cup 2012 in Warnemünde

Rettungsschwimmer aus neun Nationen und von den Ortsgruppen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kämpfen beim DLRG-Cup 2012 gegen die Wellen

20. Juli 2012, von
Rettungsschwimmer vor der Westmole
Rettungsschwimmer vor der Westmole

Auch wenn sich heute bei eher mittelmäßigem Sommerwetter nicht so viele Bader in die Ostsee wagten, hatten die Rettungsschwimmer in Warnemünde doch ganz schön mit den hohen Wellen zu kämpfen, und nicht nur gegen sie. 51 Ortsgruppen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft, acht Nationalteams und ein Australier schwammen, liefen und paddelten um die vorderen Plätze beim 16. Internationalen DLRG-Cup.

Mit dem kräftezehrenden Brandungsschwimmen begannen heute Morgen die ersten Wettkämpfe bei etwa 17 Grad im Wasser und in der Luft am Strand in der Nähe des Alten Leuchtturms. In acht Einzel- und Mannschaftsdisziplinen messen die Rettungssportler noch bis morgen ihre Leistungen. Dann werden auch der Oceanman und die Oceanwoman ermittelt, die Königsdisziplin im Rettungssport, ein Triathlon bei dem 300 Meter schwimmend, 400 Meter mit dem Rettungsbrett (Rescueboard) und 500 Meter mit dem Rettungskajak (Rescueski) fahrend zurückgelegt werden.

Beim Brandungsschwimmen (Run-Swim-Run) und beim 20-Meter-Sprint (Beach Flags) wurden heute schon die Besten ermittelt. Das Rostocker Team, zu dem in diesem Jahr auch wieder Björn Fähnle gehört, der beim letzten DLRG-Cup noch für die deutsche Nationalmannschaft angetreten war, konnte sich über den Sieg bei der Rettungsbrett-Staffel (Board Rescue Race) freuen. Die Herren vom niederländischen und deutschen Nationalteam erreichten die Plätze zwei und drei. Im Rettungskajak (Surf Ski Race) überquerte der Rostocker Daniel Wilke nach Daniel Roggenland vom deutschen Nationalteam als Zweiter die Ziellinie – noch vor dem Australier Adriel Young.

Für den Mann aus Down-Under dürften die Windbedingungen in unserem Ostseebad eher einem lauen Lüftchen gleichen. Die europäischen Rettungssportler hingegen rangen darum, nicht mit ihren Brettern und Kajaks nach Osten an die Mole abzudriften, während die Nachzügler am Start mitunter sogar zwischen die Zieleinläufer gerieten.

Juliane Wendel
Juliane Wendel

„Die Wellen sind schon cool, aber auch schwer und man sieht, wer fahren kann“, sagt Juliane Wendel vom DLRG Luckenwalde. Sie kann es, denn durch jahrelanges Üben weiß die 20-Jährige: „Einfach mitfahren und ein bisschen spielen.“ Beim Rettungskajakrennen kommt sie mit dieser Strategie auf Platz 3. Ihre Teamkollegin von der deutschen Nationalmannschaft Julia Schatz kehrt noch vor ihr wieder an den Strand zurück. Der Sieg geht jedoch an Maike Op het Veld vom niederländischen Nationalteam.

Die Nationalmannschaften nutzen den DLRG-Cup als Training oder als Qualifikation für die kommenden Weltmeisterschaften im November im australischen Adelaide.

Ann-Kristin Petersen, Sandra Laffrenzen und Finn Beer
Ann-Kristin Petersen, Sandra Laffrenzen und Finn Beer

Aber auch in den anderen Teams wird der Vergleich mit anderen Rettungssportlern geschätzt. Das sagen zumindest Ann-Kristin Petersen, Sandra Laffrenzen und Finn Beer vom DLRG Glücksburg. An ihrem Strandabschnitt in der Nähe der dänischen Grenze, den sie ganz klassisch auch als Rettungsschwimmer bewachen, schlagen die Wellen jedoch nicht so hoch, erklärt die 23-jährige Ann-Kristin Petersen. Der Sport und der Freundeskreis im Team stehen für die drei von der Flensburger Förde ganz klar im Vordergrund. Aus Dankbarkeit für die Sportförderung helfen sie auch schon mal, wenn es darum geht, Segelboote zu bergen, abgetriebene Tretboote zurückzuholen oder Quallenverbrennungen und Muschelschnittwunden zu versorgen. So richtig ein Leben retten – das mussten die jungen Sportler bisher noch nicht.

Laut DLRG achten ihre freiwilligen Helfer an über 5.000 Badestellen an deutschen Küsten und Binnenseen in über zwei Millionen unbezahlten Wachstunden über die Sicherheit der Schwimmer und Wassersportler.

An den Rostocker Ostseestränden hat die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes diese Aufgabe übernommen.

Die Ergebnisse der Wettkämpfe gibt es auf der Website der DLRG

Fotos vom 16. Internationalen DLRG-Cup 2012 in Warnemünde:

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