DLRG-Cup 2014 in Warnemünde
Internationale Wettkämpfe der Rettungssportler am Strand unter dem Leuchtturm
19. Juli 2014, von Stefanie
Wellen lesen und spüren, wo sie einen hintragen, darauf kommt es den Rettungssportlern an, wenn sie sich eilig ins Meer begeben. Derzeit messen sie wieder ihre Kräfte beim DLRG-Cup in Warnemünde. 360 Teilnehmer aus 50 Ortsgruppen der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Nationalteams aus Belgien, Dänemark, den Niederlanden, Schweden und der Schweiz waren dafür an Rostocks Strand gekommen. Der DLRG-Cup in Warnemünde gilt als größte Freigewässerveranstaltung des Rettungssports in Europa.

Für die Strandbesucher, die sich bei hochsommerlichem Wetter zu Tausenden am Strand tummelten, boten die Wettbewerbe im Wasser und im Sand spannende Unterhaltung. Doch am Ende – so durften die Zuschauer am gestrigen ersten Wettkampftag wohl meinen – siegt immer das deutsche Nationalteam. Immerhin sechs von acht Entscheidungen fielen zu seinen Gunsten aus. Lediglich beim Strandsprint (Beach Flags) und beim Rettungsski-Rennen (Ski Race) hatten der Schweizer Frederic Tortosa sowie die Dänin Katrine Leth-Espensen die Nase vorn. Letztere ließ mit ihrem Kajak das Verfolgerfeld deutlich hinter sich, das von der deutschen Spitzenrettungssportlerin Julia Schatz angeführt wurde. Sie sicherte sich den zweiten Platz. Einen Sieg erkämpfte sie sich mit Teamkollegin Jessica Luster beim Retten mit dem Rettungsbrett (Board Rescue). Jessica Luster hatte nicht nur bei dieser Staffel-Disziplin gezeigt, dass sie die schnellste Schwimmerin des Tages war. Auch beim Brandungsschwimmen (Surf Race) über 400 Meter kam sie als Erste ins Ziel.

Gute Voraussetzungen für die zehnköpfige Nationalmannschaft ihren Vorjahrestriumph beim DLRG-Cup zu wiederholen. Und nicht nur das, für die deutschen Spitzenrettungssportler ist die Teilnahme auch ein wichtiges Training zur Vorbereitung der Weltmeisterschaft, die im September im französischen Montpellier ausgetragen wird. „Nächste Woche will ich das Team zusammenstellen“, sagt Bundestrainerin Susanne Ehling, die vom Ufer aus die Leistungen beobachtet.
Heute treten die Rettungssportler zur Königsdisziplin Oceanman/Oceanwoman an. Der Rettungstriathlon vereint die Disziplinen Schwimmen, Rettungsbrett und Rettungskajak fahren.

Von acht bis 17 Uhr lassen sich die Wettkämpfe in Höhe des Leuchtturms verfolgen. Sie sollen zum Nachahmen und Mitmachen motivieren. „Unsere Sportler vereint neben der Freude am Sport aber auch das Wissen, dass sie mit dem Training im Ernstfall auch bessere und schnellere Lebensretter sein werden. Damit profitiert die DLRG im Ganzen vom sportlichen Einsatz des Einzelnen“, hebt DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje den Wert des Rettungssports hervor.

Der DLRG wacht an 5.000 Badestellen über die Sicherheit von Schwimmern und Wassersportlern. Allein in Mecklenburg-Vorpommern werden an den 28 Einsatzstellen 1600 freiwillige Rettungsschwimmer benötigt. In Rostock ist die Wasserwacht vom Roten Kreuz für die Bewachung des Strandes zuständig.