Drachenfest 2012 in Warnemünde

Beim 22. Drachenfest gibt es an diesem Wochenende wieder zahlreiche bunte und phantasievoll gestaltete Fluggeräte am Warnemünder Strand zu bestaunen

1. September 2012, von
Das 22. Drachenfest 2012 in Warnemünde
Das 22. Drachenfest 2012 in Warnemünde

Zwei Holzstreben, buntes Papier und etwas Schnur – fertig ist der Drachen? Nun, die beste Zeit der einfachen Drachen ist wohl vorbei. Wenn man sich an diesem Wochenende anschaut, was die Drachenflieger aus Norddeutschland am Ostseestrand von Warnemünde so zeigen, werden die einfachsten Drachen ganz unscheinbar. Riesige und kleine, bunte und einfarbige, Phantasiegebilde und Tiere lassen sich an diesem Wochenende vom Wind der Stärke 4 über den Strand tragen.

Phantasiefische
Phantasiefische

Schon zum 10. Mal veranstaltet Frank Günther das Drachenfest in einem abgesteckten Gebiet nahe dem Alten Leuchtturm. Er berichtet von der neuen Machart der Drachen: Der Stoff besteht aus speziellem Spinnaker-Nylon, das besonders leicht und reißfest ist. Beim Eigenbau würde man zwar etwas sparen, aber kaum jemand setzt sich noch hin und bastelt so fleißig, wenn es auf dem Markt auch günstige Produkte gibt. Woher die Drachen auch kommen, das Bild am Himmel ist jedenfalls beeindruckend.

Veranstalter Frank Günther
Veranstalter Frank Günther

Und auch mit dem Wind ist der Initiator zufrieden – der mangelnde Sonnenschein und die frischen 16° Celsius tun der Drachenfliegerstimmung keinen Abbruch: „Wir sind ja nicht zum Sonnenbaden hier“, scherzt er. Insgesamt ist die Atmosphäre sehr entspannt. Es gibt kleine Grüppchen, die sich zusammengefunden haben und Lager bilden. Sie kennen sich aus der Tradition mehrerer Treffen und werden zu Bekannten und Freunden, beschreibt der Veranstalter die Teilnehmergruppe, die aus ungefähr 40 Leuten besteht. „Wenn alle Spaß haben, habe ich auch Spaß“, ist das Resümee der allgemeinen Laune von Frank Günther.

Helmut Gabler
Helmut Gabler

Schon zum vierten Mal ist Helmut Gabler von der „Drachenhöhle Berlin“ zum Drachenfest nach Warnemünde angereist. Seit 20 Jahren ist er ein Drachenflieger und auch er hat klein angefangen: „Holzgerüst gebaut, Leinen rum, Papier ran und Mutters Wäscheleine geklaut“, fasst er den Beginn seiner Leidenschaft zusammen. Doch dann sollte es immer mehr sein, ausgefallener – und die Drachen müssen auch an die Windstärke angepasst werden.

Jürgen Kemnitz
Jürgen Kemnitz

„Das Besondere an Warnemünde ist die Nähe zum Meer und die schöne Stimmung hier am Strand. Außerdem hat man hier ein Publikum, dem man sich zeigen kann“, stellt der Berliner die Vorzüge dar. Und das Publikum hat er: Das Drachenfest findet abermals gleichzeitig mit dem Stromfest statt, das das Ende der Sommersaison verkündet.

Zu der Gruppe „Kitermans“ gehörend und aus Köthen kommend, ist Jürgen Kemnitz. Er verbindet seinen Urlaub bei Wismar mit dem Drachenfest. „Das Drachenfliegen ist eine schöne Familienbeschäftigung, weil jeder mitmachen kann“, betont er.

Der 5-jährige Edgar ist schon ein konzentrierter Drachenflieger
Der 5-jährige Edgar ist schon ein konzentrierter Drachenflieger

Auch er genießt das Publikum und erzählt, dass so mancher Zuschauer durch das Betrachten ein Interesse und sogar eine eigene Leidenschaft für das Drachenfliegen entwickelt hat und nun selbst zu solchen Treffen geht. Jürgen Kemnitz hat aus seinem Hobby auch eine eigene Tradition entwickelt: „Am Silvestertag mache ich mein eigenes Drachenfest für Freunde mit Glühwein, Feuerschale und Grillen.“

Etwas ruhiger als seine erwachsenen Mitstreiter lässt es der 5-jährige Edgar aus Rostock angehen – aber nicht weniger konzentriert. Schon seit zwei Jahren nimmt ihn sein Vater mit zum Drachenfliegen und heute ist er besonders ausdauernd. Immer wieder versucht er seinen selbst gebauten Drachen zum Fliegen zu bewegen und ruft erstaunt: „Sieh mal, Papa, mein Drache hat sich fast mit dem Teddy verheddert!“

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