„Texte sind Fixpunkte, an denen man sich orientieren kann“, meinte Steffen Dürre von der Rostocker Literaturzeitschrift „Weisz auf Schwarz“ (WAS) am Freitagabend im Peter-Weiss-Haus.
Da wir ohne sie vermutlich noch viel mehr durchs Leben irren würden, ist es also nahe liegend, diese Wegweiser auch einmal zu ehren und zu feiern. Wohl deshalb luden die Macher der WAS und das Literaturhaus Rostock zu einem Textfest ein.

Ein eher enttäuschender dürfte wohl die „spürbar anwesende Abwesenheit“ des frisch gekürten Ingeborg-Bachmann-Preisträgers Peter Wawerzinek gewesen sein, der für diesen Abend angekündigt war. Er war auf dem Weg von seinem Urlaubsort nach Rostock irgendwo „draußen“ stecken geblieben.


Dank moderner Skype-Technik gelang es ihm von Köln aus live mit dem Publikum im Peter-Weiss-Haus in Kontakt zu treten. Er las aus seinem Märchen „Die Prinzessin auf der Suche“ vor. Es passte thematisch ausgesprochen gut zum Abend, da es auch von Verbundenheit und Orientierung erzählte.


Nun wollte er die Abwesenheit des Autors nutzen, um „aus dem Schatten des großen Dichters“ herauszutreten. Mit seinen gewitzten Liedern sorgte er für einen musikalischen Abschluss des Textfestes.

Das Textfest fand in diesem Sommer bereits zum zweiten Mal statt. Angesichts der überwältigenden Resonanz dürfen sich die Fans von live-vorgetragener Literatur wohl auch im nächsten Jahr wieder über eine Neuauflage freuen, kündigt Mitinitiator Steffen Dürre nach der Veranstaltung zufrieden an.