
Der Gedanke hinter dem E-Learning ist ganz klar der, die Bibliothek in die neue Medienwelt zu integrieren. Natürlich gäbe es auch die Möglichkeit Onlinebücher anzubieten, aber das wollte man nicht. Um das Angebot der Bibliothek zu erweitern, ging man lieber in Richtung Fortbildung. Der große Vorteil gegenüber dem Onlinebuch ist der, dass es pro Kurs 500 Lizenzen anstelle von nur einer gibt. Statistisch gesehen sei es noch nie vorgekommen, dass so viele Menschen gleichzeitig denselben Kurs herunterladen wollten, sagte Raik Writschan, der für die technische Seite des E-Learning zuständig ist.

Kosten entstehen natürlich trotzdem. Während die Nutzung völlig kostenfrei ist, bezahlt die Bibliothek 10.000 Euro. Da das E-Learning aber auch für das Land Mecklenburg-Vorpommern eine wichtige Rolle spielt, wird das Ganze mit über 8.000 Euro bezuschusst. So soll zum Beispiel die Stadtverwaltung schon bald das Angebot nutzen, um ihre Mitarbeiter für „Windows 7“ fit zu machen. Außerdem eröffnen sich vielleicht neue Möglichkeiten für die Betreuung an Ganztagsschulen.
Prinzipiell beruht das System des E-Learning auf dem von Anbietern wie Amazon. Der Kunde kann sein Produkt auswählen und es in den Warenkorb legen. Einen bedeutenden Unterschied gibt es aber doch, das E-Learning Angebot ist schließlich kostenfrei. Einzige Voraussetzung zum Nutzen der Lernangebote ist das Besitzen eines Bibliotheksausweises. Dadurch, dass das Grundgerüst für die Seite nur übernommen ist, seien einige Dinge noch nicht so ganz perfekt, aber das werde nach und nach behoben, so Heckmann.

Während dieser 90 Tage kann man dann den gesamten Kurs durchlaufen oder aber einfach nur die entsprechenden Abschnitte bearbeiten, bei denen ein Wissensbedarf besteht. Die Kurse sind so aufgebaut, dass einem zunächst alles erklärt und auch gezeigt wird. Zu diesem Zweck wird nicht nur alles auf dem Bildschirm simuliert, sondern auch vorgelesen. Anschließend ist man dann selbst dran und muss das zuvor Gezeigte selber umsetzen.
Das neue Angebot soll natürlich nicht als Ersatz für Bücher angesehen werden, eher als eine weitere Möglichkeit sich Wissen anzueignen. Auch andere Lehrangebote seien nicht in Gefahr, so Heckmann. Es gäbe nach wie vor Menschen, die sich die Dinge lieber von einem Lehrer vermitteln ließen. Dafür ist das E-Learning natürlich kein Ersatz.
Der große Vorteil am E-Learning ist jedoch der, dass man von überall auf der Welt darauf zugreifen kann. Der große Nachteil im Moment der, dass man viele Anwendungen mit Apple- und Linux-Systemen nicht benutzen kann. Auch einige alte Rechner, die noch nicht den Adobe Flash Player installiert haben, müssten erst mit Updates versehen werden.
Um den Nutzern den Weg dahin zu erleichtern, wird es eine Hotline geben, an die man sich mit Fragen wenden kann. In der Bibliothek selbst sollen in Zukunft zusätzliche Computerplätze eingerichtet werden, an denen man das Angebot nutzen kann. Bis das Ganze ausgereift ist, vergeht wohl noch ein bisschen Zeit, aber der Anfang ist gemacht.