Das Edvard-Munch-Haus in Warnemünde veranstaltet zwischen Oktober 2009 und Januar 2010 eine Lese- und Vortragsreihe über den Maler. Während insgesamt vier Freitagslesungen werden wesentliche biografische Stationen seines Lebens näher beleuchtet. Am vergangenen Freitag stand nun schon die 3. Folge dieser Lesungen auf dem Programm, welche sich mit Munchs Zeit in Warnemünde beschäftigte.
Der Alte Strom in Warnemünde gibt mit seinen beleuchteten Fischerbooten ein harmonisches Bild ab, welches gut zur düsteren Jahreszeit passt. Das hell erleuchtete Edvard-Munch-Haus ist schon von weitem erkennbar und lockt jeden Vorbeigehenden mit seiner wohligen Wärme an.
Den schönen Weihnachtsbaum im Vorraum erkenne ich sofort vom Norwegenbasar wieder, aber sonst hat sich im Munch-Haus viel verändert. Vom Basar ist keine Spur mehr, stattdessen wurden Stühle aufgereiht und ganz am Ende ein beleuchteter Tisch hingestellt. Viele Reihen sind es allerdings nicht, es wird wohl eher eine gemütliche Runde.

Wie kam es also erst zu dieser Krise und worin konnte er neue Kräfte sammeln? Natürlich hängt alles irgendwie mit Warnemünde zusammen, ist es doch schließlich Thema dieses Vortrags. Schon 1905 soll Munch in Warnemünde gewesen sein, da es wegen der Fährverbindung auf dem Heimweg von Berlin nach Oslo lag.
1907 sucht er nach einem erholsamen Ort an der See, um Depressionen und Alkoholsucht zu besiegen. Warnemünde befindet sich zu dieser Zeit in einem radikalen Aufschwung, die neuen Bahnverbindungen begünstigen dies. Munch steigt zunächst in einem Hotel ab, später wohnt er zur Miete bei einem ehemaligen Lotsen im heutigen Munch-Haus. Tatsächlich scheint ihm das Meer gut zu tun und er erholt sich zumindest zeitweise.

So ganz scheint Munch allerdings nicht geheilt zu sein. 1909 flieht er von Wahnvorstellungen getrieben auf dem Fährdampfer nach Kopenhagen, wo er 8 Monate lang in einer Klinik therapiert wird. Diese Behandlung zeigt schließlich endlich Erfolg, der Alkohol ist besiegt und die Krankheit überstanden.
Wie es in Norwegen weitergeht und ob er endlich auch in seinem Heimatland den Durchbruch schafft, werden wir in der nächsten und letzten Folge der Vortragsreihe erfahren. Man darf gespannt sein!