
Bildungs- und Wissenschaftsminister Mathias Brodkorb überreichte dazu den symbolischen Schlüssel an Rektor Professor Dr. Wolfgang Schareck. Beim Besuch seiner ehemaligen Hochschule deutete Brodkorb auch die Möglichkeit für weitere Neubauten, etwa einer Bibliothek, auf diesem Campus an. Nachdem Anfang dieser Woche die Gespräche zwischen Bildungs- und Finanzministerium abgeschlossen wurden, stehe den Hochschulen mehr Geld zur Verfügung. „Es wird jedenfalls nicht weniger werden als bisher geplant. Es wird vielleicht sogar überraschen wie viel mehr“, so die nebulöse Aussage des Ministers, für die er vom Auditorium kräftigen Beifall erhielt.

„Jetzt haben wir drei große Hörsäle auf diesem Uni-Campus. Das war unbedingt nötig. Denn die Raumkapazität besonders an der Philosophischen Fakultät ist begrenzt“, sagt Sarah Grote, Vorsitzende des Allgemeinen Studierenden Ausschusses (AStA). Allerdings fehle weiterhin Lehrpersonal, so die 25-jährige Studentin weiter.

Mit dem 2004 fertiggestellten Audimax ist das neue Hörsaalgebäude durch die Strom- und Wasserversorgung, aber auch offensichtlich durch die Dachkonstruktion verbunden. Beide bilden so den östlichen Abschluss des Campus Ulmenstraße.
In der architektonischen Gestaltung gleicht es dem größten Hörsaal der Rostocker Universität so sehr, dass der Rektor sogar vorschlug, das neue Gebäude ganze im Sinne Wilhelm Buschs Audimoritz zu nennen, wie Professor Schareck heute schmunzelnd erzählte. Aber er konnte sich damit nicht durchsetzen (nicht zuletzt, weil der Name die Studenten zu sehr an Greifswald erinnerte). Stattdessen trägt das neue Hörsaalgebäude nun den Namen des ehemaligen Rostocker Studenten Arno Esch.

In Eschs Plan eine radikale soziale Freiheitspartei zu gründen, sieht Möller den Schlüssel für die weiteren Vorgänge, die bis heute nicht aufgeklärt werden konnten. Fest steht jedoch, dass Esch im Oktober 1949 verhaftet und in drei Gerichtsverfahren wegen angeblicher Spionage und Bildung einer konterrevolutionären Organisation von einem sowjetischen Militärtribunal zum Tode verurteilt wurde. Er wurde nach Moskau gebracht und dort am 24. Juli 1951 mit 23 Jahren erschossen.
Bisher erinnerte im Hauptgebäude eine Gedenktafel an das Schicksal von Arno Esch. Heute wurde sie anlässlich der Namensgebung im Foyer des neuen „Arno-Esch-Hörsaals“ enthüllt.
Mit einem anschließenden Kulturprogramm aus Theater, Film und Livemusik testeten die Studenten weitere Nutzungsmöglichkeiten ihres neuen Hörsaalgebäudes aus.
Schauspielstudenten der HMT zeigen, was man auf dem Lehrertisch alles so machen kann 
Essen im neuen Hörsaal der Uni Rostock 
Foyer 
Nachts auf dem Ulmencampus