Auch im verflixten siebten Jahr wollten sich die Rostocker nicht von ihrem parteilosen Oberbürgermeister Roland Methling trennen. 173.550 Rostocker hatten gestern die Möglichkeit ihr Stadtoberhaupt für die nächsten sieben Jahre zu bestimmen. Lediglich 36,6 Prozent nahmen ihr Wahlrecht wahr - ob es nun am Ferienbeginn, dem klirrenden Frost oder doch eher an den weitgehend blassen Herausforderern lag. Eine Niederlage für die Demokratie sei es in jedem Fall, da waren sich fast alle Kandidaten einig.
53,8 Prozent der Urnengänger (knapp 20 Prozent aller Wahlberechtigten) stimmten ausdrücklich dafür, dass Roland Methling bleiben soll. Eine eindeutige Mehrheit, die sich bereits nach dem ersten Wahlgang ergab. Zu einer Stichwahl, wie von vielen politischen Herausforderern erhofft, kommt es daher nicht.

Schon kurz nach 18 Uhr, als die ersten Ergebnisse der 190 Wahlbezirke im Rathaus eintrafen, zeichnete sich Methlings Sieg ab. Auch wenn er noch einige Prozentpunkte einbüßte, blieben seine Werte immer über der magischen 50-Prozent-Marke. Etwas nervös, aber doch siegesgewiss lief er mit einem Glas Bier und dem Handy in der Hand in der Rathaushalle hin und her, wo auf einer Leinwand die Ergebnisse der Zählung dargestellt wurden und sich zahlreiche Journalisten und Anhänger der Kandidaten versammelten.

Doch auch er äußerte sich überrascht über das Ergebnis: „Ich habe sehr darauf gehofft. Aber diesen fulminanten Wahlsieg gegen vier etablierte Parteien, die aus Schwerin und Berlin unterstützt wurden, durchzusetzen, ist schon großartig.“
„Der große Zuspruch für Roland Methling ist auch für mich eine Überraschung“, bekannte Dr. Ait Stapelfeld, der sich als letzter der sieben Kandidaten im Rathaus eingefunden hatte. „Zufrieden“ zeigte er sich mit seinem persönlichen Ergebnis, „aber es hat eben nicht gereicht“. Jetzt müsse in der Fraktion sachorientiert für eine gute Stadtpolitik in Rostock weitergearbeitet werden.

Auch Sybille Bachmann, schärfste Kritikerin von Methling, gab sich kompromissbereit: „Dort, wo er vernünftige Politik macht, da werden wir ihn verteidigen. Dort, wo er keine vernünftige Politik macht, werden wir es ganz klar benennen.“ Als einzige Kandidatin schaute Bachmann am Wahlsonntag schon auf das Jahr 2018 und versicherte, in sieben Jahren erneut antreten zu wollen.