1. Pflegestützpunkt in Rostock eröffnet

Kostenlose und umfassende Beratung für Pflegebedürftige und deren Angehörige

4. Juli 2011, von
Manuela Schwesig eröffnete den ersten Pflegestützpunkt in Rostock
Manuela Schwesig eröffnete den ersten Pflegestützpunkt in Rostock

Wie finanziere ich einen Treppenlift? Kann ich auch im hohen Alter noch in meiner Wohnung bleiben? Bekomme ich Unterstützung bei der Pflege meiner Eltern? Diese und noch viele weitere Fragen können aufkommen, wenn man sich mit dem Thema Pflege auseinandersetzt. Bisher übernahmen verschiedene Institutionen, darunter die Pflege- und Krankenkassen die Beratung in solchen Fällen. Das soll sich in Rostock ändern und so soll nun vor Ort allumfassende Hilfe „aus einer Hand“ geboten werden. Dazu eröffneten heute Sozialministerin Manuela Schwesig, Sozial- und Gesundheitssenatorin Liane Melzer und Gerlinde König, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost, den Pflegestützpunkt Rostock.

"Den Mitarbeitern viel Erfolg!" Mathias Hilbig, Sigrid Schomacher, Petra Kirsten, Simone Henning, Manuela Schwesig, Gerlinde König, Karina Jens, Kirsten Masch, Liane Melzer (v.l.n.r.)
"Den Mitarbeitern viel Erfolg!" Mathias Hilbig, Sigrid Schomacher, Petra Kirsten, Simone Henning, Manuela Schwesig, Gerlinde König, Karina Jens, Kirsten Masch, Liane Melzer (v.l.n.r.)

Im Ortsamt Nordwest in Lütten Klein übernehmen vier Mitarbeiter ab sofort kostenfrei die Pflegeberatung für Bedürftige und Angehörige. Nach Pasewalk und Güstrow, die Anfang des Jahres bereits Pflegestützpunkte eröffneten, ist Rostock nun die dritte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern mit solch einer Einrichtung. „Wir hoffen, dass die Hansestadt als Vorbild für viele weitere Städte im Land dienen wird“, sagte Manuela Schwesig in ihrer Eröffnungsrede.

Liane Melzer: "Wir hoffen, dass diese Einrichtung sich schnell herum spricht."
Liane Melzer: "Wir hoffen, dass diese Einrichtung sich schnell herum spricht."

Die Idee, derartige Pflegestützpunkte einzurichten, entstand bereits im Jahr 2008 im Zuge der Pflegereform. „Man merkte, dass Beratungsbedarf da ist, der abgedeckt werden muss“, erklärte Ansgar Stegemann, der bei der AOK im Bereich „Pflege“ arbeitet. Das Projekt wird durch die Kommunen mit Unterstützung des Bundes durchgeführt. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich auch das Land dazu entschlossen, in diese wichtigen Einrichtungen zu investieren. Außerdem soll neben den Krankenkassen noch das Ehrenamt, wie Seniorenräte, mit einbezogen werden. Doch welche Hilfe können diese Instanzen leisten? „Die Krankenkassen beraten zum Beispiel in finanziellen Dingen, doch die Kommune kann den Bedürftigen Selbsthilfegruppen oder andere soziale Anlaufstellen bieten“, erklärte Stegemann. Vorreiter in Sachen Pflegestützpunkt sind das Saarland oder Rheinland-Pfalz, wo es bereits über 130 dieser Einrichtungen gibt. Mecklenburg-Vorpommern steht also noch ganz am Anfang dieser Entwicklung.

Die Wahl des Ortsamtes in Lütten Klein als Pflegestützpunkt hatte vor allem pragmatische Gründe. Doch körperlich eingeschränkte Menschen, die eine Beratung gerne in Anspruch nehmen möchten, müssen nicht bis zur Warnowallee fahren. Die Mitarbeiter der Einrichtung machen auch Hausbesuche. Somit haben alle Bewohner der Hansestadt die Möglichkeit, das Angebot des Pflegestützpunktes wahrzunehmen.

Der Pflegestützpunkt befindet sich im Ortsamt in Lütten Klein
Der Pflegestützpunkt befindet sich im Ortsamt in Lütten Klein

Auch wenn diese Einrichtung ein großer Schritt ist und eine optimale Hilfestellung für Pflegebedürftige bietet, soll das nur ein Anfang sein. „Gerade aufgrund der alternden Gesellschaft müssen mehr Initiativen für Pflegebedürftige und deren Angehörige geschaffen werden“, betonte Gerlinde König. Dafür ist unter anderem eine Zusammenarbeit mit der Universität zum Thema altersbedingte Krankheiten geplant. Immerhin gibt es laut Statistischem Amt Mecklenburg-Vorpommern über 60.000 Pflegebedürftige im Land. Ein Großteil von ihnen, genauer gesagt 72 Prozent, wird zu Hause betreut.

Aus diesem Grund sind Einrichtungen wie der Pflegestützpunkt von so großer Wichtigkeit. Außerdem sollte es angenehm sein, „da alt zu werden, wo andere Urlaub machen“, so Melzer. Dafür werden hoffentlich die Mitarbeiter des neuen Pflegestützpunktes in Zukunft sorgen.

Der Rostocker Pflegestützpunkt (Warnowallee 30, 1.OG) ist dienstags von 9 bis 12 und 13:30 bis 17 Uhr, donnerstags von 9 bis 12 und 13:30 bis 16 Uhr oder nach Vereinbarung geöffnet.

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