10. Campustag der Universität Rostock 2010
Erstsemester informieren sich über den Studenten-Alltag an der Rostocker Uni
5. Oktober 2010, von Andre
Als Quietschie, wie die Erstsemester an der Universität im süddeutschen Raum genannt werden, ist man erst mal aufgeschmissen. Da fehlt der Stundenplan oder die Wohnung, man kennt noch keine Leute und sowieso hat man unendlich viele Fragen.
Um diese zu beantworten, gab es auch in diesem Jahr wieder den Campustag an der Universität Rostock. Organisiert wird dieser vom Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität Rostock in Zusammenarbeit mit dem Studentenwerk und der Studienberatung. Zu diesem Zweck wurde der gesamte Campus Ulmenstraße in ein Informationszentrum umfunktioniert.

Vor allem im Audimax, dem größten Hörsaal der Uni, gab es viel zu hören und auch zu sehen. Nach einer kurzen Einleitung und Begrüßung von Hauptorganisator Christian Berntsen begrüßte der Rektor, Professor Dr. Wolfgang Schareck, die neuen Studenten, die ihren Weg zahlreich in den Hörsaal gefunden hatten.
Er stellte die Uni und ihre Profillinien kurz vor und teilte mit, dass es in diesem Jahr 3313 neu eingeschriebene Erstsemester gibt. Schareck gab den Studenten auch einen ganz entscheidenden Tipp: „Sie studieren zwar hier, aber vergessen Sie nicht, in Rostock zu leben!“

Im Anschluss sprachen Vertreter vom Bildungsministerium (Dr. Behrens) und die Präsidentin der Rostocker Bürgerschaft, Karina Jens. Auch sie machten den Studenten Mut und regten sie an, sich zu beteiligen, sowohl auf universitärer, als auch auf kommunalpolitischer Ebene. Obwohl mehrfach der Leitsatz „Weniger ist mehr“ fiel, musste einigen Rednern doch das warnende ZEIT-Schild gezeigt werden.
Im weiteren Verlauf stellten sich noch alle wichtigen Institutionen des Unilebens vor, zum Beispiel die Bibliothek, das Sprachzentrum oder die Studienberatung. Ungefähr zwei Stunden ging diese Veranstaltung und sie gab den künftigen Studenten schon mal einen guten Einblick, wie es später in Vorlesungen läuft: Es prasseln unzählige Informationen auf einen ein und man muss sondieren, was wirklich wichtig und was nur unnützes Beiwerk ist.

Die wirklich wichtigen Informationen zu den einzelnen Studiengängen konnten die Erstsemester im Haus 1 finden. Dort saßen die Fachschaften und halfen bei allen wichtigen Fragen.
Besonders häufig traten Fragen zu den Stundenplänen auf. Auch Luisa und Max-Georg von der FIdA, der Fachschaftsinitiative des Altertums, stellten sich den Fragen der Studienbeginner.
Der FIdA vertritt die Interessen von etwa 300 Studierenden. Sie resümierten: „Alle, die studieren wollen, brauchen Hilfe.“ So auch Pierre Störig, der sich von den beiden beraten ließ, weil es Überschneidungen mit seinem Zweitfach Philosophie gab. Er beklagte, dass er noch keine Wohnung gefunden hat und nun übergangsweise in einem Azubiwohnheim leben muss, wo es momentan noch kein Internet gibt. Trotzdem freut er sich auf den Uni-Start, auch wenn noch alles sehr ungewohnt ist.

Neben privaten Ausstellern und Vereinen präsentierte sich auch der Heuler, das Studentenmagazin der Uni Rostock. Das Team setzte auf sehr kreative Wege, um für sich zu werben, nämlich Seifenblasen und einen Hund, der mit Werbezettel auf dem Rücken durch den Audimax fegte. Bleibt abzuwarten, ob wirklich alle Interessierten am 18. Oktober zur Redaktionssitzung erscheinen.

Hauptorganisator Christian Berntsen war recht zufrieden mit dem diesjährigen Campustag. Der Student, der kurz vor seinem Abschluss steht, hat vor zwei Jahren schon einmal die Aussteller betreut. In diesem Jahr waren es 70 an der Zahl und 23 Fachschaftsräte, die um die Gunst der Studenten warben. Auch die Universität unterstützte die Studierendenschaft. So wurde wieder der gesamte Campus Ulmenstraße für die Veranstaltung gesperrt und auch finanziell gab es Unterstützung. Etwa 2000 Studenten besuchten schon zur Mittagszeit den Campus.
Frei nach dem Motto des Rektors, nicht nur zu studieren, sondern auch zu leben, gibt es heute Abend noch ein Kulturprogramm – dazu aber mehr in einem weiteren Artikel.