Rostocker Polizei nimmt Exhibitionisten fest
Ein 50-jähriger Mann, der sich am 28. August vor zwei Kindern vor der Grundschule “Am Taklerring” in Groß Klein entblößt haben soll, konnte gefasst werden
10. September 2012, von Stefanie
Der Exhibitionist, der sich am 28. August vor den Augen von Kindern vor der Grundschule „Am Taklerring“ im Rostocker Stadtteil Groß Klein entblößt haben soll, ist festgenommen worden, teilte die Rostocker Polizei heute mit.
Gegen 15 Uhr des Augusttages hatten zwei Kinder im Alter von 10 Jahren aus dem Fenster beobachtet, wie sich der nackte Mann im Gebüsch bewegte. Daraufhin hätten sie ihre Erzieherin herbeigerufen. Diese lief sofort hinaus und sah den Mann in 60 Meter Entfernung noch mit heruntergelassener Hose. Da habe er es wohl mit der Angst gekriegt und sei geflüchtet, schildert Fachkommissarleiter Peter Ernst den Stand der Ermittlungen zum Tathergang.
Dass der Täter Herr B. gefasst werden konnte, sei der couragierten Horterzieherin, dem glücklichen Umstand, dass das Fahrrad des Täters sichergestellt werden konnte sowie der Beteiligung der Medien, die das Bild vom Fahrrad verbreiteten, zu verdanken, fasst Kriminaldirektor Peter Mainka zusammen.
Das Fahrrad des Täters bildete den Ausgangspunkt der Ermittlungen. Nachdem es von der Horterzieherin und der Polizei sichergestellt wurde, sei der Täter noch einmal zurückgekommen, konnte aber erneut flüchten. Erst der Hinweis der Ex-Ehefrau, die das Fahrrad wiedererkannte, und die Wiedererkennung des Vorbestraften machten die Beweissituation so sicher, dass die Polizei den Täter am Freitag im Stadtgebiet aufgreifen konnte.
Der 50-Jährige, der selbst zweifacher Vater ist, sei zwar aussagebereit gewesen, seine Beschreibung der Handlungsabläufe sei aber in bestimmten Teilen abgewichen, so die Polizeibeamten. Seiner Kernaussage nach sei das Motiv jedoch nicht sexuell orientiert gewesen, sondern er wollte die Kinder nur erschrecken.
Herr B., der sich auch in psychiatrischer Behandlung befand, ist bereits einschlägig vorbestraft. So sei der Täter, der seit vier Jahren in Rostock wohnt, schon in unserer Hansestadt aber auch im Bereich Neubrandenburg auffällig geworden.
Bislang wurde kein Haftbefehl erlassen, da am Freitag kein Grund dafür gesehen wurde. Peter Mainka erklärt: „Für den Vorhalt eines sexuellen Missbrauchs hat es nicht gereicht. Dafür bedarf es noch weiterer Ermittlungen.“ Die Beamten wollen jetzt prüfen, ob Herr B. für weitere Vorfälle im Stadtgebiet verantwortlich ist.
Mit einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr müssen Exhibitionisten rechnen. Sollte auch sexueller Missbrauch von Kindern nachgewiesen werden, droht eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.
Im letzten Jahr gingen bei der Rostocker Polizei in der Hansestadt und im Landkreis 21 Anzeigen wegen exhibitionistischer Handlungen ein.
Besonders zum Schulanfang würden sich derartige Anzeigen häufen, stellt der Kriminaldirektor fest und begründet dieses mit der erhöhten Aufmerksamkeit der Kinder nach Belehrungen durch Lehrer und Präventionsberater von Vereinen.
Sollten Kinder und Erwachsense exhibitionistische Handlungen beobachten, empfiehlt er sich unter der bekannten Telefonnummer 110 an die Polizei zu wenden.
Dennoch warnt er vor Hysterie. Einen Fall vom Wochenende, wo der Polizei mitgeteilt wurde, dass ein Mann von einer Bank aus auf dem Spielplatz Kinder beobachte, hält er für grenzwertig.