Fackelumzug und Osterfeuer 2011 in Warnemünde
Vor der Traumkulisse Warnemündes wurde gestern traditionell der Winter mit Fackelumzug und Osterfeuer vertrieben
24. April 2011, von Luisa
Nachdem bereits die Saison des Leuchtturms für eröffnet erklärt wurde, musste am gestrigen Abend nur noch dem Winter klar gemacht werden, dass er ab sofort unerwünscht ist. Zu diesem Zweck stapelte man Holz am Strand auf und verbrannte es feierlich unter dem Namen „Osterfeuer“.

Aber der Reihe nach. Bevor die Flammen am Strand entfacht werden konnten, wurde das Feuer mit Fackeln am Alten Strom entlang getragen. Angeführt von der Brass-Band „Sax’n Anhalt“ und dem Osterhasen höchstpersönlich, bahnte sich ein Zug aus mehreren Hundert Menschen den Weg am Wasser entlang.

Schon bevor der Tross losgezogen war, hatte die Band mit ihren Percussion-Instrumenten, einem Sousaphon und den namensgebenden Saxophonen vor der Vogtei für Stimmung gesorgt. Mit ihren Versionen von Songs wie „No woman no cry“ oder „When the saints go marching in” heizten sie Einheimischen und Touristen genauso ein, wie mit heißen Sambabeats.
Immer wieder gingen sie auf das Publikum zu und schufen so allgemeine Ausgelassenheit. Der ein oder andere wagte außerdem ein Tänzchen mit dem Osterhasen, aus dessen Körbchen zur Freude der Kinder Süßigkeiten herausfielen.

Auch während des Fackelumzugs hielten die Musiker immer wieder an, um für die Schaulustigen zu spielen, die sich am Wegrand aufgestellt hatten. Am Strand wurden sie unterdessen schon sehnsüchtig erwartet und nach Absolvieren des Umzuges mit lautem Applaus willkommen geheißen.

Während das Feuer bereits brannte, kannte die Truppe aus Sachen-Anhalt immer noch kein Einhalten und spielte auch am Strand weiter. Das Feuer selbst, das nun schon zum 14. Mal an Ostern den Strand erhellte, wirkte vor dem immer noch strahlend blauen Himmel etwas fehl am Platz, war aber trotzdem schön anzusehen. Es sollte an diesem Abend noch bis ungefähr 21 Uhr brennen.
„Das Osterfeuer bedeutet für mich das Einläuten vom Frühling. Alles, was Winter war, wird verbrannt“, meinte Cornelia Brandt. Sie und ihr Lebensgefährte Rainer Zabel waren extra von ihrem eigentlich Urlaubsort Markgrafenheide nach Warnemünde gekommen, um das Feuer zu sehen. „Ich hab mir das besonders schön vorgestellt hier am Strand mit dem Osterfeuer“, verriet die Urlauberin.

Aber auch den Warnemündern gefiel das Spektakel. „Das Feuer ist von der Aufmachung gut und auch das Ambiente stimmt“, meinte Gerd Fritze. „Schade ist nur, dass die Dunkelheit fehlt.“ Auch seine Frau, Reinhild Fritze, schien es zu gefallen: „Das Feuer wird von Jahr zu Jahr besser“, stellte sie fest.

Andrea Madeja gefiel vor allem die Musik: „Das schönste ist Sax’n Anhalt“, so die Warnemünderin. Ihre Freundin Christin Richter fand auch die fehlende Dunkelheit nicht sonderlich schlimm: „Wenn man es später macht, geht es ja für die Kinder nicht mehr“, so ihre Meinung.
Ob das Wetter im nächsten Jahr auch so traumhaft wird, wie es an diesem Osterwochenende war, bleibt abzuwarten. Fakt ist aber, dass das Osterfeuer dann Anfang April stattfinden wird und es dementsprechend zumindest etwas früher dunkel werden sollte.