
Es war bekannt gegeben worden, dass sich alle Fackelumzugsteilnehmer um 18 Uhr vor der Vogtei am Alten Strom einfinden sollten. Just in dem Moment, als ich den besagten Ort erreichte, startete auch schon das Saxo-Fun-Orchester „Sax‘n Anhalt“ sein musikalisches Begleitprogramm.

Nach kurzer Zeit schunkelten, tanzten und sangen viele der Anwesenden schon mit. Ganz besonders schön war der Augenblick, in dem das allen in der DDR Aufgewachsenen bekannte „Bummi“-Lied erklang. Einer der Musiker hatte sich einem kleinen Mädchen genähert und schien das Lied nur für dieses vorzutragen. Es war niedlich gerührt und bekam am Ende des Songs doch tatsächlich noch einen kleinen Teddybären geschenkt. Wie hat es sich da gefreut!

Die Lichtstrahlen der bereits untergehenden Sonne tauchten allmählich alles in goldgelbe Farbtöne und wir zogen teilweise immer noch tanzend am Alten Strom entlang. Da ertönte mit einem Mal das Signalhorn eines dort anliegenden Schiffes. Wie selbstverständlich antwortete einer unserer Saxo-Funtisten diesem mit einem lauten Tröööööt.

Schließlich erreichten wir den Strand am Teepott. Dort unterhielt bereits Horst Marx das zahlreich erschienene Publikum. Ich hatte den Journalisten ja schon am Vormittag zur Eröffnung der 16. Saison des Leuchtturmes erleben können. Das „Saxo-Fun-Orchester“ spielte weiter auf. Passend zur Strandatmosphäre, wie ich fand, erklang „No woman, no cry“ von Bob Marley. Die Warnemünder Freiwillige Feuerwehr entzündete nun das Feuer. Unterdessen löschte schon der eine oder andere seinen Durst an einer der ringsherum aufgestellten Buden.
Der Frühling war meinem Gefühl nach dank des Feuers inzwischen gebührend begrüßt und der Winter verabschiedet worden. Und es stand ja noch ein Termin auf meinem Plan. In Klausi’s Kartoffelstube neben dem Teepott wollte der Sänger Michael Treptow an diesem Abend sein neues Album „Strandläufer“ vorstellen. So verließ ich also den Strand.


Es waren Treptows Versionen von Songs anderer Musiker, wie etwa Tom Petty und J. J. Cale. In den Pausen erzählte er die eine oder andere Geschichte und Klausi brachte das eine oder andere Essen aus der Küche. Ich indes war jetzt müde geworden und beschloss langsam den Heimweg anzutreten. In die Songs des Albums „Strandläufer“ von Michael Treptow kann auch im Internet auf seiner MySpace-Seite reingehört werden. Es sind deutsche Texte, die von der Liebe und der Freiheit erzählen. Seit 1995 lebt der Sänger in Rostock. Der Norden scheint ihn, wie auch mich, in seinen Bann gezogen zu haben. Als ich Klausi’s Stube verließ, stimmte er einen weiteren Blues an. Irgendwie war das ein passender Abschluss meines ereignisreichen Tages.