„Dass sie uns vor Probleme stellen, wissen wir. Aber wir wollen sie auch vor Probleme stellen.“ Der Optimismus von Hansa-Trainer Wolfgang Wolf scheint auch vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt ungebrochen. „Ich freue mich schon auf den Sonntag“, arrangiert sich Wolf mit der Rolle des krassen Außenseiters. Gegen den Drittplatzierten können seine Jungs „mal zeigen, was sie drauf haben“.
Das Hinspiel gegen Eintracht Frankfurt dürfte vielen Hansa-Fans noch in schlechter Erinnerung sein. Sportlich kassierte Hansa eine 1:4-Niederlage und für die Ausschreitungen einiger ‚Anhänger’ wurde der Verein mit zwei Auswärtsspielen ohne Fans bestraft.
Im Rückspiel soll alles anders werden, auch wenn die Karten klar gemischt sein dürften. Mit 49 Punkten darf Eintracht Frankfurt auf dem dritten Rang weiter vom Aufstieg träumen. Hansa Rostock steht mit 16 Punkten auf dem letzten Platz und mit dem Rücken zur Wand.
„Eine Chance haben wir in jedem Spiel, auch gegen die Eintracht“, glaubt der Trainer an eine mögliche Überraschung. „Dass wir natürlich weniger zu verlieren haben als in anderen Spielen, ist klar. Und trotzdem geht es um drei Punkte, um drei enorm wichtige Punkte - für beide Seiten“, stellt Wolf klar.

Defensiv sieht Wolf in den letzten Spielen durchaus Verbesserungen in seinem Team, doch gab es immer wieder einzelne Aussetzer und individuelle Fehler, für die Hansa von den Gegnern sofort bestraft wurde. „Das müssen wir natürlich auf null fahren“, legt der 54-Jährige den Finger in die Wunde. „Wenn wir da einen Fehler machen, wird es die Eintracht eiskalt ausnutzen und das dürfen wir natürlich nicht machen.“
„Die geballte Angriffswut von der Eintracht müssen wir unterbinden.“ Dennoch kann und soll nicht nur verteidigt werden. Mit den Zuschauern im Rücken möchte Hansa „die eine oder andere brenzlige Situation“ vor dem Kasten der Gäste heraufbeschwören. „Ansonsten haben wir gar keine Chance, wenn wir nur defensiv denken“, so Wolf.
Die Räume eng machen, versuchen die Frankfurter zu Fehlern zu zwingen und schnell aus einer geordneten Defensive nach vorne zu spielen, lautet die Devise für Sonntag. Der Eintracht keine Kontermöglichkeiten zu geben, sei die wichtigste Aufgabe. Wir dürfen „nicht ins offene Messer laufen“, warnt Wolf.

Auch wenn Kevin Müller in einigen Situationen der letzten Spiele nicht gerade die glücklichste Figur machte, steht der Torhüter für Wolf „wie ein Fels in der Brandung, der ist absolut unumstritten“.
„Ich hoffe, dass die Zuschauer uns auch helfen - wenn das auch von der Papierform her aussichtslos ist“, setzt Wolf auf den Faktor Heimvorteil. Bei einer guten Leistung springe der Funke auch auf die Zuschauer über, vertraut der Hansa-Trainer dem zwölften Mann auf dem Platz.
Zwischen fünfzehn- und siebzehntausend Fans werden morgen in der DKB-Arena erwartet, auch 1.700 Eintracht-Fans haben sich angesagt. Anpfiff ist um 13:30 Uhr.