
„Meet & Greet Assistant“ Doreen Beck empfängt die Reisebusse, die die Urlauber vom Kreuzfahrthafen Warnemünde nach Laage gebracht haben, am Eingang des Rostock Airports. Auf Englisch weist sie den Weg zum Abflugbereich. Doch die französischen Gäste müssen warten. Die Sprachkenntnisse reichen nicht, eine weitere Mitarbeiterin eilt zu Hilfe und delegiert sie per Ansage auf Französisch in den Wartebereich. Es bleibt noch Zeit für einen Kaffee, bevor sie zum Abflug gerufen werden. Hinter der Sicherheitskontrolle ist es einfach zu voll, erklärt die Mitarbeiterin. Bevor es nach Paris geht, müssen die Maschinen nach Rom und Madrid startklar gemacht werden.
Freitags brummt es im Flughafen Rostock-Laage besonders stark. Alle der etwa 50 Mitarbeiter sind dann im Einsatz um den Hochbetrieb zu bewältigen. Am Morgen brechen die Urlaubsflieger nach Mallorca auf. Abends kommen die Linienflüge aus Stuttgart, Köln und München rein. Insgesamt neun Flüge finden sich auf dem Flugplan. Am Nachmittag steht der Flughafen dann zwei Stunden Costa zur Verfügung. Vier Fluggesellschaften bringen neue Urlauber aus Paris, Rom, Mailand und Madrid an die deutsche Ostseeküste und nehmen die bereits Erholten wieder mit nach Hause. Diese Operation hat bisher in Kopenhagen stattgefunden, erklärt Flughafengeschäftsführer Dr. Rainer Schwarz. „Als kleinerer Flughafen können wir einen Service offerieren, den ein großer Airport wie der in Kopenhagen nicht bieten kann.“ Dazu gehört beispielsweise das neuartige Gepäckverfahren. Einmal im Heimatflughafen aufgegeben, müssen sich die Passagiere die ganze Strecke nicht weiter um ihre Koffer kümmern, sondern reisen lediglich mit Handgepäck. Das Gepäck wird dann direkt aus dem Flugzeug via Lieferfahrzeuge an Bord des Schiffes nach Warnemünde gebracht.

Auch der Rostocker Flughafen profitiert davon. Die vier großen Flugzeuge, die durch den Kreuzfahrtschiffwechsel abgefertigt werden, bringen wahrscheinlich rund 20.000 zusätzliche Passagiere. Was einem Passagierwachstum von zehn Prozent entspricht, rechnet Rainer Schwarz vor. Wochenlang haben sich die Mitarbeiter des Flughafens darauf vorbereitet. „Das haben wir auch nicht oft, dass wir praktisch simultan vier Flugzeuge machen.“
Heute ist im Luftraum über der Region sowieso viel los. Mehrere Militärmaschinen der Schweizer Luftwaffe sind im Fliegerhorst Laage zu Gast und absolvieren Trainingsflüge. Auch die Lufthansa bildet an diesem Wochenende ihre Piloten in der finalen Phase aus. In kurzen Abständen heben die Maschinen der deutschen Airline in Laage ab und drehen über den ausgeblühten Rapsfeldern ihre Runden. Am Sonntag dürfen auch Gäste mitfliegen. Zum Flughafenfest lädt die Lufthansa zu einem Rundflug über Mecklenburg-Vorpommern mit dem Airbus A 319 ein.



