
Gebaut wurde das 116 Meter lange Forschungsschiff in der Meyer Werft in Papenburg. Im Mai wurde es an die Warnowmündung überführt. Von hier aus sollen ab nächster Woche die ersten wissenschaftlichen Erprobungsfahrten starten, damit es im November an den neuen Eigner - das Bundesministerium für Bildung und Forschung - übergeben werden kann. Heimathafen wird das niedersächsische Wilhelmshafen. Es gehört zum Institut für Chemie und Biologie des Meeres in Oldenburg. Für die nächsten zwei Jahre ist das Schiff schon mit Forschungsprojekten verplant.
Eine 35 personenstarke Besatzung ermöglicht es bis zu 40 Wissenschaftlern, rund um die Uhr auf der „Sonne“ zu forschen. Hauptsächlich wird sie auf dem Pazifik und dem Indischen Ozean eingesetzt. Insbesondere Fragen des Klimawandels (Ozeane sind der größte Speicher von CO2), des Vulkanismus und Seebeben, zum Küstenschutz, der Versorgung mit marinen Rohstoffen und den Folgen des Eingreifens in die Ökosysteme, deren Vielfalt es zu entdecken gilt, sollen die internationalen Forscher im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund gehen.
Dafür ist das neue Forschungsschiff speziell für die Tiefseeforschung ausgerüstet. Forschungswinden mit bis zu 12.000 Meter langen Kabeln lassen Erkundungen und Vermessungen des Meeresbodens in Tiefen zu, wie es bisher nicht möglich gewesen ist. Zur Ausrüstung gehören gleich mehrere Kräne, die bis zu 30 Tonnen tragen können. Ferngesteuerte Unterwasserroboter, hochauflösende Sonargeräte und andere Apparate aller meereskundlichen Forschungsdisziplinen, wie der Marinen Geowissenschaften, Geophysik, Geologie bis hin Biologie und Zoologie können damit eingesetzt werden. Die Aufarbeitung und Lagerung der gesammelten Proben sowie die Datenverarbeitung erfolgt in modern ausgestatteten Laboren und Kühlräumen.

124,4 Millionen Euro hat der Bau der Sonne gekostet. 90 Prozent wurden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung übernommen, die restlichen zehn Prozent teilen sich die Küstenländer Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen.
„An Bord muss es auch spannend sein. Wenn man Zeit hätte, würde man ja gerne mal mitfahren - sage ich mal für mich“, zeigte sich Taufpatin Angela Merkel interessiert und ließ sich an Bord von jungen Wissenschaftlerinnen einen Einblick in die Forschungsarbeit geben.Fotos des Tiefseeforschungsschiffes „Sonne“:

Forschungsschiff Sonne an der Neptunwerft in Warnemünde 
Plakette auf dem Forschungsschiff Sonne 
Angela Merkel besichtigt das neue Forschungsschiff Sonne in Warnemünde 
Die Brücke des Tiefseeforschungsschiffes „Sonne“ 
Neun Kräne, Balken und Galgen können auf dem Ozean eingesetzt werden. 
Winden auf dem Forschungsschiff „Sonne“ 
Forschungsraum auf der „Sonne“ 
Beiboot auf dem Tiefseeforschungsschiff „Sonne“ 
Kombüse des Forschungsschiffes „Sonne“ 
Aufenthaltsraum auf dem Tiefseeforschungsschiff „Sonne“