Gestern feierte ein wichtiges Datum seinen 101. Geburtstag. 1910 war es Clara Zetkin, eine deutsche Kommunistin, die vorschlug, einen internationalen Frauentag einzuführen. Im folgenden Jahr sollte dieser dann zum ersten Mal stattfinden. Eine so lange Tradition beweist, wie wichtig Themen wie die Rechte der Frauen und Gleichberechtigung sind. Auch wenn sich viele Situationen schon verbessert haben, ist auch heute noch viel Nachholbedarf auf diesen Gebieten zu erkennen. Darum gab es auch in diesem Jahr wieder einige Aktionen rund um den 8. März, den Tag der Frauen.
„Vor allem im letzten Jahr wurde viel geredet. Wir haben uns für dieses Jahr etwas anderes überlegt“, erzählt Marion Richter, Geschäftsführerin vom Frauenbildungsnetz Mecklenburg-Vorpommern. In Zusammenarbeit mit dem Frauennetzwerk der Hansestadt Rostock und verschiedenen Interessenverbänden organisierten sie in diesem Jahr eine Kunstaktion am Neuen Markt. „Die Figuren sollen auf die Probleme hinweisen, aber trotzdem künstlerisch anspruchsvoll sein.“

Insgesamt 178 „Honkinen“ hat die Bildhauerin zusammen mit interessierten Rostockerinnen erschaffen. Diese konnten dann gestern ab 11 Uhr auf dem Neuen Markt verziert und mit Botschaften versehen werden.
Ab 13 Uhr wurde es dann voller und lauter vor dem Rathaus. Begleitet von Trommelmusik brachten ungefähr 50 Frauen die Figuren ins Rathaus, um sie der Stadtverwaltung zu übergeben.

Nachdem sich jeder noch eine Figur für das Büro aussuchen durfte, wurden die restlichen Objekte auf der Rasenfläche neben dem Rathaus aufgestellt. Dort sollen sie nun eine Woche stehen und auf die Wünsche und Probleme der weiblichen Bevölkerung aufmerksam machen. Es ist ein buntes Feld, das sich ideal mit den sprießenden Frühlingsblühern ergänzt. Schon beim Aufstellen zeigten viele Passanten Interesse und so dürfte die Aktion schon jetzt ein Erfolg sein.

In den letzten 101 Jahren wurden schon viele Schritte in die richtige Richtung gemacht. Doch noch ist der Weg nicht abgeschlossen. Marion Richter fasst das perfekt zusammen: „Die Gleichstellung ist inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Früher hat man sich geschämt, darüber zu sprechen, doch heute ist das selbstverständlich.“ Nun müssen den Worten nur noch Taten folgen.